Die Pilgerhecrc in Kleinasien.
aller noch übrigen Mittel zur Erreichung seines Ziels zuberauben, gleichwohl wünschte er lieber zu Lande auf demWege fortzuziehen, auf welchem die Helden des ersten Kreuz-zugs ihre Scharen geführt, als die von den Griechen angc-botenen Schiffe anzunchmcn, und sich den Tücken diesesgottlosen Volks von neuem preis zu geben; denn Ludwigargwöhnte nicht ohne Grund, daß auch hinter jenem Anerbie-ten Bosheit und Betrug verborgen sey. In dem Ratlie derBischöffe und Barone aber, welchen der König berief, tratenviele auf, stellten vor, daß dem Heere in seinem dermaligcnZustande, da kein Ritter mehr ein Pferd hätte und selbstviele vornehmere Herren ihrer Rosse beraubt wären, es un-möglich wäre, zu Lande nach Antiochien zu kommen, wozunoch wenigstens vierzig Tagereisen durch ein von vielen Flüs-sen durchschnittenes, meist heidnisches Land erfordert wür-den, und riechen dringend, die von den Griechen angebo-tenen Schiffe wegen eines keineswegs völlig begründetenArgwohnes nicht zu verschmähen. Der König Ludwig gabdem Wunsche der meisten seiner Barone nach, es zeigte sichaber bald, daß sein Argwohn nicht ungegründet war. Dennnicht nur forderte der Statthalter von Attalia einen ganzübertriebenen Preis für die Ueberfahrt, vier Mark Silbersfür jeden Mann, um dadurch die wohlhabenden Pilger desletzten zu berauben, was sie noch gerettet hatten, sondernlieferte auch viel weniger Schiffe, als er verheißen, so daßnur den Vornehmen die Schifffahrt nach Antiochien möglichseyn konnte nnd das geringe Volk in der Gewalt der Grie-chen bleiben mußte. Die Abfahrt auch dieser Schiffe wardüber fünf Wochen aufgchalten, weil kein günstiger Wind,Welchen die Wallfahrer doch von der Gnade Gottes erwartet
2. Slir,ii«.