izr Geschichte der Krcuzzüge. Buch III. Kap. VI-
2. Ckr. alles so wohl berechnet worden, daß die französischen Herren,so ungestüm sic auch anfangs sich gebehrdeten, doch zuletzt inder Hauptsache dem Willen des Kaisers sich fügten. Zwarstellte der Bischofs von Langrcs mit gewöhnlichem Eifer denBaronen vor, wie unwürdig es derer, welche an ihremKönige einen so edeln und trefflichen Herrn hatten, wäre,Männer eines Fürsten zu werden, welcher ihr Knecht hättewerden müssen, wenn sie seinem Rathe gefolgt waren; ecwiederholte alle seine früher» Kittern Anklagen der Bosheitund hinterlistigen Tücke des Kaisers Manuel. Aber es siegteauch jetzt wieder über seine allzuungestnme Leidenschaftlichkeitdie sanftere Meinung derer, welche bedacht, den Friedenmit den Griechen zu erhalten, den verlangten Lchcneid zuleisten riechen, den Baronen vorstellend, daß ja niemandendas Lehenrecht untersagte, Mann zwcyer Herren zu scyn,falls man nicht zur Feindschaft gegen den Einen oder andernderselben sich verpflichtete, und daß cs ihnen unter den dmmaligen Umstanden mehr ehrenvoll als schimpflich wäre, demKaiser Manuel den Lchcneid zu leisten, welcher nur ausFurcht.vor ihrer Macht und Tapferkeit begehrt würde. Sehreinleuchtend und überzeugend erinnerten sie an die Nothwen-digkeit und Unentbehrlichkeit griechischer Führer in einem ih-nen allen völlig unbekannten Lande und des ungehindertenMarkts der Lebensmittel ^). Die Barone beschlossen also,den Eid der Treue dem Kaiser zu leisten und auch der KönigLudwig war zur persönlichen Zusammenkunft mit dem Kaiserbereit, als die Griechen nicht, wie anfangs, darauf bestan-den, daß die Zusammenkunft zu Cvnstantinopel geschehensollte, und ein nahe gelegenes Schloß an der asiatischenKüste dazu in Vorschlag brachten. Nur die geforderte Ver-
77) Nach Odo von Dcui!. S, 47-