Die Pilgerheere im griechischen Kakserthum. 149
scheinbarer Vorwand für plötzliche Umänderung ihres Betras I.gens gegeben. Denn als viele reiche griechische Kaufleute,welche dem Heere nach der Küste von Asien gefolgt waren,längs dem Ufer des Meers ihre zum Theil sehr kostbarenMaaren ausgelcgt hatten, und die reichen Wallfahrer fleißigkauften, da fanden sich auch solche leichtfertige Pilger ein,welche, unvermögend, die von Gold, Silber, Edelgcsteinenfunkelnden Kostbarkeiten zu bezahlen, gleichwohl unwidersteh-liche Begierde nach ihrem Besitze trugen. Ein ruchloser flan-drischer Mann streckte zuerst nach einer kostbaren Maare seineHand aus, und als er mit lautem Geschrey seinen Raubzeigte, so folgten seinem Bcyspicle viele andre, und raubten,was ihnen am meisten gefiel; das Getümmel und Getösewurde allgemein, die Buden und Tische wurden umgestürzt,die Maaren zur Erde geworfen, und eine allgemeine wildeund ungestüme Plünderung begann, wie in einem erobertenLager oder einer erstürmten Stadt. Die Kaufleute flohenauf die Schiffe, welche Speise von der jenseitigen Küsteherübergcbracht hatten, die Schiffer stießen unverzüglichvom Ufer ab und führten auch die Pilger, welche gerade aufden Schiffen waren, mit sich nach Constantinopel, wo sie,obgleich unschuldig, ausgeplündert, unbarmherzig mit Schla-gen mißhandelt und in Kerker geworfen wurden, so wie alleFranzosen, welche in der Hauptstadt zurückgeblieben waren.
Zwar forderte der König Ludwig, sobald er diesen vonden ruchlosen Wallfahrern verübten Frevel vernahm, vondem Grafen von Flandern den Mann, welcher ihn angc-stiftet, ließ ihn an der Küste im Angesicht der Mauern vonConstantinopel an einem Galgen aufhenken, verkündigte dasGebot, daß jedermann das Geraubte zu dem Bischoff von