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3,1 (1817) Der Kreuzzug der Deutschen und Franzosen unter Conrad III. und Ludwig VII.
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Die Kreuzpredigtetl in Frankreich. 47

welche solche Gelegenheit zu verdienstlichem, Gott wohlgefal- 2,shr.ligen Werke der Frömmigkeit in ihrer Nähe fanden, wiemochten sie sich den abschreckenden Gefahren einer Meerfahrtpreisgeben! In der Normandie aber war bisher die Begei-sterung für daS heilige Grab am allgemeinsten gewesen. Allediese Hindernisse besiegte der Eifer deS heiligen Bernhard.

Nachricht des Abt Haimo vo» St.Peter an -der Dive (S. ikctri iwxervivam) über den Ban der Kircheseines Klosters, wobey er selbst derBrüderschaft, die sich dazu vereinigthatte, Vorstand.Wer hat cs, sagtHaiino je gesehen oder gehört, dagHerrscher, in der Welt mächtige Für-sten, Männer und Weiber von edlerGeburt ihre stolzen Nacken den Rie-men preisgeben, womit sie an Wa-gen gebunden werden, und dieseWagen dann beladen mit Wein,Waizen, Oel, Kalk, Steinen, Holzund ander» Dingen, welche zum Be-dürfnis! des Lebens oder zum Baugehören, wie unvernünftige Thiersziehen! Wunderbar ist es, dag, ob-gleich^ oft Tausend und mehr Män-ner und Weiber an Einem Wagenziehen (denn so groß ist die Maschi-ne und die aufgelegte Last), allesdoch mit solcher Stille geschieht, dagman keine Stimme, kein Gemurmelvernimmt . . . Wenn auf dem We-gs geruht wird, so ertönt nichtsals Sündenbekenntnig und dcmüthi-ges Gebet zu Gott um Vergebungder Sünden .... Wenn das gläu-bige Volk nach dem Geschmetter derDrommeten und bey Erhebung derFahnen den Weg antritt, dann ge-schieht alles (nehmlich die Fortbewe-gung der Stcinmassen) inik solcherLeichtigkeit, dag nichts auf dem We-

ge sie aufhält, nicht die Höhe derBerge, nicht die Liefe der Wasser:sondern wie cs von dem alten He-bräischen Volke beigt, dag sie in denJordan gingen nach ihren Schaaren,so gehen auch diese, wenn sie an ei-nen Flug kommen, ohne Verzug indenselben unter der Leitung desHerrn: und bey St. Marienhafen(in loco gwi cticiimr S. lVkmcme xor-lws) soll das Wasser selbst zurückge-trelcn se»n, so lange sie durchgin-gen . . . Wenn sie zu der Kirche ge-kommen sind, so werden die Wa-gen ringsum, wie ein geistliches La-ger, gestellt und in der folgendenNacht von dem ganzen Heer die Wa-chen unter Hymnen und Gesang ge-halten : dann werden auf jedem

Wagen Wachskerzen und Lichter an-gezündet, und bis Schwachen undKranken auf die Wagen gelegt:hierauf die Pfänder der Heiligenzu ihnen gebracht, endlich Umzügevon den Priestern und Clerikern an-gcstellt, indem das Volk in grössterAndacht folgt und die Gnade desHerrn und der heiligen Jungfraufür die Genesung der Kranken an-ruft. Welches Jahrhundert verdientmehr das Jahrhundert der christli-chen Begeisterung und Schwärme-rey genannt zu werden als daszwölfte!