Druckschrift 
3,1 (1817) Der Kreuzzug der Deutschen und Franzosen unter Conrad III. und Ludwig VII.
Entstehung
Seite
29
Einzelbild herunterladen
 

29

Der heilige Bernhard.

Mönches Heinrich und anderer Schwärmer, welche widerdie Priester und die bestehenden Gebräuche des Gottesdien-stes eiferten, eben so vielen Deyfall, als den Gelehrten diespitzfindige Weisheit des Peter Abälard und Gilbert de laPorree sich empfahl. Wer möchte cs läugnen, daß Bern-hard nicht überall den wahren Sinn der Lehre des tiefsinni-gen Peter Abälard verstand und manchen Behauptungendesselben einen viel gefährlichem Sinn unterlegte, als siehatten "); aber von der andern Seite bleibt es eben so

zz) Zu solchen von Bernhard allzuschädlich gedeuteten Meinungen desPeter Abälard gehört z. B. gewißdaS Gleich»!» von dem Siegel vonErz, durch Lessen Verhältnis in sei-ner Form oder Modifikation zu demErze als seiner Materie oder seinemErzeuger Abälard das Verhältnisder göttlichen Weisheit (oder desSohnS) zu der Allmacht (oder demWater) als Quelle oder Erzeuger allerEigenschaften sich erklären wollte.Gleichwohl war sowohl dieses Gleich-nis als das gleichbedeutende Gleichnisvon dem Verhältnisse des Wachseszu dem daraus geformten Bilde eineSpitzfindigkeit, welche leicht zu Jrr-thümern verführen konnte. Eben sowenig verstand der heil. Bernharddie Bemerkung Abälard's, daß derSohn, oder die Weisheit, in sofernvon dem Vater gezeugt, oder auLdem Wesen des Vaters entstanden,Heise, alS die Weisheit, eine Kraft,wirkliches Scyn habe; der Geisraber, oder die Liebe, gehe vom Vateraus, weil die Liebs eine Affcctiondes Gemüthcs sei). Diese formelleReflexion, welche den biblischen Aus-druck, nicht das Wesen des Geheim-

nisses, erklären sollte, nahm Bern-hard viel zu materiell, und dies warihm nicht zu verdenken, da selbstAbälard forlsuhr (Hieol. lid. ll.S. ivk-l): >,-g! si esset sanvtus)eie sudstautia Vatils, picckecto ge-nitns esset et stnos l-atcr stlios ha-deret." Abälard konnte daher zwarin seiner Apologie mit Recht behaup-ten, das Bernhard Ihm Unrechtthue, wenn er ihn beschuldige, ecsetze den heil. Geist außer Las WesenGottes, er konnte dieses als Unwis-senheit auslegen; aber er durfte csnicht Bosheit (malirie) schelten. Einesolche Behauptung, welche so Bibel-widrig schien, mußte das Ecmüttzdes streng christlichen Bernhard em-pören. Indes) konnte BernharL'SAntwort auf die oben angeführtenWorte Abälard's nur bei) denjenigenEindruck machen, für welche sic be-stimmt war: ,>ncisi vero VMIISgiioci cle stidstairliL aligtia est, con-tlniio ipsnm, a gno est, d.rdeat ge-nilniein. dliiin V,I>) xeäicult anclenäes e nt zsitle^mata vcl silii. ear-itis st»n, vcl non sunt äc sndstan-lra mtrills? mit vermes äe lignc»xnlriän xloäcniitvs alittnäe guilur