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Der heilige Bernhard.
den wußte. Auf der Versammlung zu Parthcnay, wo derHerzog Wilhelm von Aquitanien, und außer dem Abte vonClairvaux, viele andre rechtgläubige Prälaten sich eingcfun-den hatten, war der Herzog Wilhelm schon dazu vermochtworden, Jnnocenz den Andern als rechtmäßigen NachfolgerChristi anzuerkennen; aber weil er gleichwohl sich weigerte,von der Unterstützung der schismatischcn Vischöffe abzulasscn,so blieb er noch im Banne und stand als Gebannter, wäh-rend die übrigen der Messe beywohnten, welche der heil.Bernhard hielt, vor der Thüre der Kirche. Nachdem der Abtdas Amt vollendet und den Segen über das Volk gesprochenhatte, begab er sich mit glühendem Antlitz und funkelndenAugen, auf einem Schüsselchen die geweihte Hostie tragend,zum Herzog vor der Kirche und sprach mit furchtbarerStimme: „ Siche, du achtest nicht des Flehens der Dienerder Kirche, welche sich bemühten, dich auf den rechten Wegzu führen. Jetzt tritt der Sohn der Jungfrau selbst vordich, dein Richter, in dessen Hand einst deine Seele kommenwird; wagst du auch ihn zu verachten?" Alles umhcrste-hcnde Volk weinte laut, der Herzog aber, von heftiger Angstergriffen, zitterte an allen Gliedern und sank endlich ohn-mächtig zu Boden. Als ihn seine Ritter wieder aufhobcn,näherte Bernhard sich ihm, rüttelte ihn mit dem Fuße undgebot ihm, aufrecht stehend, den Spruch Gottes zu verneh-men: „Hier ist," sprach der Abt, „ der rechtmäßige Dischvffvon Poiticrs, den du bisher verfolgt, versöhne dich mit ihmdurch den heiligen Fricdenskuß und führe ihn zu seinemStuhl." Der Herzog, noch ehe er wieder zu reden ver-mochte, erfüllte zitternd und zagend das Gebot des MannesGottes, und war seit diesem Tage unablässig bemüht, dieWiderspenstigen zum Gehorsam gegen Jnnocenz den Andern