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Der heilige Bernhard.
päpstlichen Stuhls nicht einseitig und mit beschränktemSinn. Er unterstützte nicht die ungerechten Anmaßungender Nachfolger des heil. Petrus, und unterdrückte sein Miß-fallen nicht, wenn der Römische Bischoff aus menschlicherSchwäche oder von irrenden oder bösen Rathgebcrn verlei-tet, anders handelte, als Recht und Klugheit geboten ^).
Schon war durch eine mehr stille als geräuschvolleWirksamkeit das Ansehen des Abtes von Clairvaux fest ge-gründet und sein Ruhm weit verbreitet, als mehrere Ver-hältnisse in der Kirche cintraten, durch welche Bernhard ge-nöthigt wurde, öffentlich vor aller Welt zu handeln. Dieseöffentliche Wirksamkeit machte ihn bald recht eigentlich zumMann des Volks.
Als der Gegenpapst Anaklctus in Frankreich, besondersin der Provinz Guicnne, großen Anhang fand und heftigeUnruhen erregte, da war das Vertrauen zu Bernhard schonso groß ^), daß Jnnoccnz der Andere, welcher auf seinerReise nach Frankreich ihn persönlich kennen lernte, ihm nebstdem Bischoff Joelen von Soiffons die Beruhigung der Gal-lischen Kirche übertrug. Bernhard rechtfertigte dieses Ver-trauen vollkommen. Mit unerschütterlichem Muthe widcr-
45) Z. B. irp. 173 . 2IÜ. 247. Derletzte ist an den Papst Engen gerich-tet, alü dieser gegen den ErzbischofsSamson von' RheimS zn voreiligeinen harten Spruch erlassen Hane.Besonders in der Schrift Ne aonsr-üeratione sind mehrere merkwürdigeStellen, in welchen Bernhard seinesehr gemäßigten Ansichten über dieRechte und Verhältnisse des römi-sche» Stuhls vorträgt, vornehmlichin, dritten Buch. Bernhard zog sichdurch seine kühne» Briefe sogar den
Unwillen.Jnnvcenz deö Andern zu,so das, der Briefwechsel mit demPapste selbst abgebrochen wurde. S.Rp. 218. Vgl. unten Anm. 57 a.
rum v^li-ium, yui tum lemporis inäiviui vertü iLmo^issimuLirraeäiLLlor erat," sagt das 6krou.I> 1 au!'itti.Lceu!ie (S. 377), als es seineAnwesenheit bey der durch Inno-cenz li. verrichteten Einweihung derKlosterkirche von Morigny den Eurm-pcs im I. nzo. berichtet.
2- Chr.