Der heilige Bernhard. 21
ben werden ^°). Niemals drängte sich Bernhard hervor,er trat nicht anders auf, als wenn sein Pflichtgefühl ihm ge-bot, dem Unrecht und der Bedrückung des Schwachen zuwehren, oder der allgemeine Wunsch ihn auffordcrte. Sooft und mit so gewaltiger Wirkung er in seinem Leben öffent-lich redete, so entwand er sich doch im gewöhnlichen Lebenniemals ganz seiner angcborncn Schüchternheit, so daß erselbst in kleinen Versammlungen ungern und nicht ohneAengstlichkeit das Wort nahm; so bald aber ein wichtigerGegenstand ihn begeisterte, sprach er ohne Scheu zu denGewaltigsten der Erde und in der zahlreichsten und glän-zendsten Versammlung ^). Manche Kirche verdankte seinerkräftigen Fürsprache die Rettung aus der Tyranney vonRittern und Fürsten; rechtmäßig gewählte Bischöffe hattenan ihm einen muthigcn Beschützer gegen widerrechtlich ein-gedrängte Widersacher und niedere Geistliche gegen unge-rechte Bischöffe ^). Aber je mehr er in der Welt gesuchtwurde, desto theurer wurde ihm die Einsamkeit seines Klo-sters, und wenn er außer seinem Kloster zu leben gezwungenwar, so erweckten die Ehrenbezeugungen der Fürsten undHerren in ihm nur die Sehnsucht nach den gottesfürchtigenUnterhaltungen mit den Klosterbrüdern. Was hatte auch dieWelt mit aller ihrer Eitelkeit für Reize für den frommenMann, der, nur mit Gott beschäftigt, keinen Genuß derSinne schätzte, der einst an dem schönen Ufer des GenferSee's einen ganzen Tag ritt und erst am Abend in der Hcr-
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42) S. vornehmlich Le vita et re-ines xestis 8 . lVlalLQlriae, IliberuiaoLpisooxi in Oxx. Iler», eä. lVlebil-lo» 'I. I. S- ÜÜZ. ,,Iam tuiiv sr-aurclem eautus luit, aeoltn.rre Vi-rus virtutum, inanem gloriam,"
sagt Bernhard, nachdem er berichtet,wie Malachias oft verborgen undungesehen sein Gebet verrichtet,qi) ciaulr. vita s. Lern. S. rrga.
42) Vgl. Hx. Z7. 164 —170. i82.IS 5 . u. andre.