i8 Geschichte der Krenzzüge. Buch III. Kap. I.
ihn nicht von der Dahn des Rechts nnd der Pflicht; was erals wahr und recht erkannt hatte, äußerte er frcymüthigund ohne alle Rücksicht. Er war strenge in seinem Urthcilohne Härte, wie in dem Umgang mit den Menschen liebreichohne Heucheley, und aufrichtig ohne Bitterkeit. Sein Ver-trauen auf Gottes Beystand in allen wichtigen Handlungenseines bewundernswürdig rhätigen Lebens war felsenfestund stärkte seinen Muth gegen alle Schwierigkeiten. DieStrenge des Lebens, welche er selbst noch über die Forde-rung der strengen Regel seines Ordens sich aufgelegt, ersticktein ihm nicht den Sinn für das feinere Leben, welchen erseiner vornehmen Geburt verdankte. Eben dieser Sinn fürdas feinere Leben gab in den Augen der Welt der Strengeseines Lebens desto größere Verdienstlichkeit. Die Fürstenund Ritter, wenn das fromme und gottselige Leben des hei-ligen Mannes ihnen Ehrfurcht gebot, fanden zugleich Ge-fallen an der Feinheit seiner Sitten und seiner Gewandtheitim Umgänge, ohne daß er jemals ihrem verkehrten Ge-schmacke stöhnte oder ihren Vorurtheilen schmeichelte^);so wie die Geistlichkeit seine ausgcbrcitete Gelehrsamkeit undseine Geschicklichkeit, die Christliche Lehre gegen scheinbareund verführerische Jrrthümer zu vertheidigen, bewunderteund das Volk an seiner Herablassung und Milde sich er-freute. Er war der Freund und Rathgcber aller Stände.Die mächtigsten Fürsten hörten auf seine Ermahnung und
N) Man vergleiche mir z. B. Lp.3y. Nil den Grasen Lhidaut von Cham-pagne, dann seine Aeusjerungen überdie Turniere in einem Briefe NN denAbc Sugcr, Lp. 376. Er nennt dieseSpiele, das grame Vergnügen der Rit-ter in damaliger Zeit,in-ileaictits ININ-
äinas, und fsrdcrt den Sldt auf, einTurnier zu verhindern, welches Hein-rich, der Sohn dcS Grasen ThibautvonChampagnc, und Rodert, der Bru-der des Königs Ludwig V'U. vonFrankreich auf Oüern 1149. auSgc-schricdcn Hallen.