16 Geschichte der Kreuzzüge. Buch III. Kap. I.
tet, und alle Christen verehrten ihn als die Zierde und denSchmuck der Geistlichkeit. Wie die Zöglinge von Clair-vaux, so legten auch andere fromme und gewissenhafte Geist-liche in Spanien, Frankreich, England, Italien, Deutsch-land und den nordischen Ländern sowohl, als selbst im gelob-ten Lande die Zweifel oder Bedenklichkeiten, von welchenihre Gemnther bewegt wurden, seiner Entscheidung vor undfolgten seinen Aussprüchen, in welchen nicht weniger tiefeEinsicht und treffender Scharfsinn bewundert, als mildeSanftmuth und billige Schonung verehrt wurden
Zo) Unter vielen solchen Behspielenin Von Briefen des heil. Bernhard,in welchen er nicht wie ein eigen-sinniger beschränkter Mönch, sondernwie ein Mann von frcyer unbefange-ner Sinnesart, nach dem Maßgabeseiner Zeit, die ihm vorgclcgten Be-denklichkeiten lobt, nur folgendes:Der Abt Veit des Eifiercicnscr Klo-sters Trois FvntaineS (cke lkidurikoutihus) im Herzvgthum Bar hat-te bey der Messe einen Kelch geweiht,in welchen den Wein zu gießen ver-gessen worden, und -dieses Versehendadurch zu bessern gesucht, daß ernach der Wandelung den Wein inden Kelch über einen Lheil einer ge-weihten Hostie schüttete. Zur Beru-higung seines gcängstigten Gewis-sens bittet er den Abt von Clairvauxum Belehrung und Trost. Bernhardantwortet ihm freundlich und milde,auch er würde entweder das von demAbt ergriffene Mittel gebraucht l„ar-
nt in Lauguinem (Urrisri mutalum,»sociim kamen tuierc ex conkactii
aorj-oris kreri") oder die Einfet-
zungsworte des Abendmahls vonden Wo.ten : ,, Limits mocko poek-gnam aoenaknm cst," an, wieder-holt haben. Denn wenn auch einSchriftsteller behaupte, daß ohne dasBeysammensepn aller drei, Stücke,des Brots, Weins und Wassers dasOpfer nicht für vollbracht zu achtenscy, so könne gleichwohl in solchenDingen jeder seiner eignen U e-berzeugung folgen („Seck ckc Iiu-zusmocki rinnegnisgno in xno senenadnnckak"). Er räth dann dem Ab-te, sich und demjenigen, welcher ihmzur Messe gedient, die Buße aufzu-lcgen, täglich bis zum nächsten Oster-feste die sieben Bußpsalmen mir sie-ben Niederwerfungen hcrzusagen undsich sieben Disciplinen zu erthcilcn;demjenigen aber, welcher den Weincinzuschüttcn vergessen habe, möge,wenn es dem Abte so gut dünke,eine härtere Buße aufgelegt werden.Auch die übrigen Brüder möchten,wenn dieser Vorfall unter ihnen kundgeworden, jeder sich Einmal diSci-pliniren, damit erfüllt werde, wasin der Schrift steht: „Tragt Einerdcö andern Last." Lx. 6§. Niemand
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