Druckschrift 
5 (1854) Von 1756 bis 1763
Entstehung
Seite
238
Einzelbild herunterladen
 

238 Buch VIII. Neuntes Hauptstück.

die Hauptmacht der Feinde auf Schlesien gerichtet sein sollte,so wollte der König dort selbst befehligen'). Fouque mit14,000 Mann sollte Schlesien gegen Laudons 50,000 Man»behaupten; 5000 Mann unter Stutterheim standen gegen dieSchweden. Ueberall unzureichende Kräfte gegen die lieber-zahl der Feinde. Schon im März rückte Laudon mit Ueber-macht gegen den General Golz in Oberschlesien vor, welchersich ebenso geschickt als tapfer nach Neisse zurückzog, wo erbis zur eigentlichen Eröffnung des Feldzugs Winterquartierebezog.

Fouque, der sich von Löwenberg nach Landshut gezogenund dort ausgestellt hatte, sollte einer Belagerung von Glatzwehren, Schweidnitz und Neisse, vorzüglich aber Breslaudecken"). Der König glaubte, die Stellung bei Landshntlasse sich mit 5 Bataillonen halten, während Fouque mitRecht meinte, 8 Bataillone reichten dazu nicht hin^).

Laudon drang nun aus Böhmen durch die GrafschaftGlatz vor, stellte sich bei Frankenstein auf und schickte stackAbteilungen gegen Breslau. Er verbarg seine wahren Ab-sichten so gewandt, daß weder der König, noch der PrinzHeinrich, noch Fouque dieselben erkannten*). In der Unge-wißheit über Laudons Absichten besorgte Fouque, sie gingenauf Breslau und Vereinigung mit den Russen. Er räumtedaher Landshut, wendete sich gegen Breslau zurück und stelltesich bei Kanth auf, was der König anfangs billigte. Lau-don ließ sogleich Landshut durch den General Janus besetzenund wendete sich gegen Glatz, das er einschloß. Fouquekonnte von dem Prinzen Heinrich keine Unterstützung erhal-ten, weil dieser eben aus Niedcrschlesicn gegen die Russenaufbrach. Er ging indessen wieder bis Schweidnitz vor,wagte aber nicht Landshut wieder zu nehmen, weil er besorgtedurch den General Beck von Schweidnitz abgeschnitten zu

1) Bei Schöning II. S. 236.

2) Befehl des Königs vom 12. Mai bei Schöning SiebenjährigerKrieg II. S. 275.

3) Schreiben des Königs vom 15. Mai.

-1) Das zeigt uns das Schreiben des Königs vom 7. Juni beiSchöning II. S. 312, und ein spateres S. 336.