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236 Buch VIII. Neuntes Hauptstück.
Reichsfürsten folgten ihr, wie früher. England allein bliebdem Könige treu. Es erneuerte nicht nur den 9. November1759 den frühern Bund mit Preussen und zahlte die be-stimmten 4 Millionen Thaler Subsidien, sondern verstärkteauch die Zahl der von ihm gestellten Truppen und erhöhtezu gleichem Zwecke die an Hessen und Braunschwcig gezahl-ten Hülfsgeldcr.
Von den Gegnern Friedrichs stellten in das Feld: dieFranzosen 115,000 Mann, welchen das 70, dann 75MMann starke alliirte Heer gegcnüberstand; die Oesterreicher130,000, die Russen angeblich 120,000, das Reich 20,Mund die Schweden 10,000, insgesammt gegen 280,000 Mann,denen Friedrich, schwächer als je, mit 90,000 Mann dieSpitze bieten mußte. Auch dieses verhältnißmäßig schwacheHeer war nur mit der größten Anstrengung zusammenge-bracht worden. Statt der frühern Dreipfünder führte derKönig die zweckmäßigen Sechspfünder ein'); Sachsen,Meklenburg - Schwerin, Anhalt und Schwarzburg hattengezwungen viele Mannschaften und Pferde liefern müs-sen, andere Abtheilungcn bestanden aus Geworbenen oder<^s Ueberläufern und Kriegsgefangenen, welche Dienstenahmen. Er sah sich genöthigt die Reiterei, welch-er noch bei dem Heere des Herzogs Ferdinand hatte, ab-zurufen, was er bei dem Könige von England damit ent-schuldigte, daß der Herzog wie 3 gegen 4, er selbst aberwie Einer gegen Zwei stehe"). Die alten Generale, Of-ficiere und Soldaten waren zum großen Theile todt, ver-wundet oder gefangen, die überall zum Theile von den Frei-bataillonen mit Gewalt zusammengerafften Rekruten ohneHebung, was vorzüglich bei dem Geschützwescn sehr nachthei-lig war"), dazu unzuverlässig, ohne die alte Begeisterung,fast nur ausgehobene märkische und pommersche Bauernjun-
1) Schöning Artillerie II. S. 176.
2) Bei Raumer S. 174.
3) Bericht des Obersten Möller vom 12. April 1760 SchöningArtillerie II. S. 183, wodurch allerdings was Warnery sagt, bestätigtwird.