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5 (1854) Von 1756 bis 1763
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Vergebliche. Friedenshoffnungen. 235

geschlossen hätte, weil er dann den Herzog Ferdinand vonBraunschweig mit 50,000 Mann zu seiner Unterstützungnach Sachsen ziehen konnte. Er meinte, man könne an Oester-reich ein Stück von Baiern geben, während das übrige mitdem bevorstehenden Aussterben der Kurlinie an Kurpfalz fal-len würde. Sachsen könne man durch das dem Kurfürstenvon Mainz gehörige wohlgelegene Erfurt entschädigen. Dar-auf wollte Choiseul nicht eingehen, vielmehr nur den Frie-den mit England ohne Rücksicht auf Friedrich schließen, wäh-rend Chatham darauf bestand, daß die völlige ErhaltungFriedrichs die Grundlage der vorläufigen Friedensbedingun-gen sein solle. Damit zerschlugen sich hier alle Unterhand-lungen. König Ludwig und die Pompadour blieben, mankann wie früher sagen, weniger für Oesterreich als gegenPreussen.

Auch die Versuche Rußland zum Frieden zu bewegenwaren fruchtlos, bei dem zähen Widerwillen der Kaiserin ge-gen Friedrich. Sie sagte zu dem österreichischen Gesandten:Ich bin zwar langsam im Beschließen, aber standhaft imFesthalten des Beschlossenen')." Der Großfürst Peter warohne Einfluß; Peter Schuwalof, der Kaiserin Günstlingleitete Alles. Der König hatte, um diesen zu gewinnen, ohMErfolg 400,000 Thlr. zur Verfügung des englischen GesandtenKeith in Petersburg gestellt und würde gern noch mehr gegebenhaben'). Die Kaiserin trat sogar dem am 30. Decbr. 1758 zwi-schen Frankreich und Oesterreich geschlossenen Bündnissedurch das Friedrich als Angreifer gedemüthigt, seinem ungemes-scnen Ehrgeiz die hinreichenden Schranken gesetzt und er selbstgcnöthigt werden sollte den Beeinträchtigten billige Genug-thuung zu leisten auf die Einladung der beiden Mächte alsHaupttheilnehmerin am 7. März 1760 bei'). Maria Theresiablieb fest und die Seele des Bundes gegen Friedrich. Die

1) Bericht bei Raumer S. 469.

2) Der König an Prinz Heinrich bei Schöning SiebenjährigerKrieg II. S. 235. Bergl. Listoiro äs In guerre äs sept ans, ck. Xl.p. 41.

3) Bei Schöll List, des traitä» III. p. 189.