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Buch VIII. Mnftes Hauptstück.
v. Choiseul in Wien vertrat, hauptsächlich dahin gerichtet,hier alles möglichst zu verwirren und nach Vermögen dieUcbcrzeugung zu bewirken, daß cs hundert Mal schwerer seidie Kräfte des Königs von Preufsen im Kriege, als wäh-rend des Friedens zu zerstören').
Um so enger schloß sich Maria Theresia an Rußlandan, dessen Kaiserin ihrem Hasse gegen Friedrich ebenso treublieb wie ihrem Bunde mit Oesterreich. Das genaue An-schließen Englands an Preufsen hatte sie so aufgebracht, daßsie eine Flotte ausrüsten ließ und mit Schweden und Däne-mark Verträge schloß, allen fremden Kriegsschiffen die Ein-fahrt durch den Sund zu verwehren').
Maria Theresia zahlte nun aus eigenen Mitteln ansehn-liche Hülfsgeldcr, und die Nothwendigkeit die russischen Gro-ßen zu gewinnen kostete sicher ebenfalls bedeutende Summen.Um nun Rußland auch rücksichtlich seines Staatsinteressesfür den Krieg zu gewinnen und zu erhalten, gewährleisteteihm Oesterreich den Besitz des Königreichs Preufsen '). Siemochte hoffen die russischen Befehlshaber so mehr zur Tä-tigkeit zu veranlassen. Der schwedische Adel blieb im fran-zösischen Geldintcressc, wie mehrere deutsche Fürsten, gegenPreufsen unter den Waffen. Das Reichshccr wurde unterdem Pfalzgrafen von Zweibrücken ergänzt und stand ganzunter österreichischer Leitung.
So stellten die Feinde Friedrichs gegen diesen im Jahre1759 350,000 Mann auf, nämlich Oesterreich 109,000, Ruß-land etwa 76,000, Schweden 12,000, das Reich 28,000 unddie Franzosen 125,000, wobei 8—10,000 Sachsen in derenSolde.
Ihnen gegenüber brachte Friedrich die kurze Muße,
1) S. den Bericht vom 2. November 1758 an Bellcisle beiStuhr II. S. 152.
2) Vertrag vom 9. März 1759 mit Schweden, den 17. März 1780mit Dänemark in Martens kecueil SupplSm. III. S. 36 und II,fehlt in der neuen Ausgabe.
3) Listoirs de I». xuerrs de sept an» cksp. IX. p. 226; einge-druckt und sonst unbekannt. Friedrich II. sagt, auch Frankreich habedas gewährleistet; das wendete sich aber sehr.