150 Buch VIII. Viertes Hauptstück.
willen selbst des Kurfürsten von Mainz und des Kaisers,als Soubise Frankfurt besetzen wollte. Aus Besorgniß voreiner Landung der Engländer schickte Clermont Truppen nachFlandern und schwächte dadurch sein Heer.
Obwol der Prinz Heinrich von Preussen mit seinerHecresabtheilung nach Sachsen hatte zurückkehren müssen,verstärkte unterdessen der Herzog Ferdinand sein Heer bisauf 43,000 Mann, während er zur Deckung Hessens eineneue Hecresabtheilung unter dem Prinzen von Isenburgbildete. Er hoffte, durch eine allerdings kühne Bewegung,die wegen der Besetzung von Ostende und Nieuport gcgc»Frankreich sehr gereizten Holländer, dann die dem nicht ab-geneigten Kurfürsten von Köln, Baiern und der Pfalz.zumenglischen Bündnisse zu bringen. Deshalb ging er uner-wartet und ungehindert im Anfänge des Juni unterhalbEmmerichs mit 30,000 Mann über den Rhein und triebdie 42,000 Mann starken Franzosen, welche nur bei Rhein-bergen kurze Zeit Stand hielten, vor sich her. Wegen derdcmüthigenden Vorwürfe, welche sämmtlkche VerbündeteFrankreich über die unverantwortliche und schmachvolle Ver-wendung seines Heeres machten, wurde Clermont wiederholtdurch den Kricgsministcr Belleisle aufgcfordert mit seinerüberlegenen Macht eine Schlacht zu wagen. Soubise Meunterdessen auf dem rechten Rheinufer gegen Düsseldorf Vor-dringen. Endlich machte Clermont bei Krefeld Halt undnahm hier mit seinem auf 47,000 Mann verstärkten Heereeine durch Wälle, Gräben, Sümpfe und Gehölze, Zäuneund Gärten schwer zugängliche Stellung ein. Dennochwagte es der Herzog, im Vertrauen auf die Unentschlossen-heit und das Ungeschick Clermonts sowie auf die Uneinigkeit1758 der französischen Unterbefehlshaber, mit seinem jetzt 33,00023. Juni Mann starken Heere die Franzosen anzugrcifen. Er be-schäftigte mit seinem linken Flügel und Mitteltrcffcn dasfranzösische Heer, umging mit seinem rechten Flügel höchstverwegen den feindlichen linken Flügel und war glücklichgenug, diesen zu schlagen, indem die französischen Untcr-bcfehlshabcr die ihnen crtheiltcn Befehle nicht ausführtenund ihre Reiterei einen Angriff zu 'machen sich geradezu