136 Buch VIII. Drittes Hauptstück.'
der», daß die Bestrafung denjenigen getroffen, der am mei-sten daran Schuld sei.
Der prachtvolle Palast des Grafen in Dresden wurdein ein Hospital für 2000 Kranke und Verwundete verwan-delt und völlig zu Grunde gerichtet. Einen prächtigen Pa-villon oder Belvedere im Garten mußte der Dresdener Ma-gistrat auf Kosten der Stadt abbrcchcn lassen. Das führtenicht zum Ziele, weshalb auf Befehl des^Königs auch Pfor-ten, eine dem Grafen Brühl gehörige Herrschaft, den7. September 1758 durch 200 Husaren geplündert.und dasSchloß verbrannt wurde. Die Einwohner wurden mit Ge-walt vom Löschen abgchalten. Natürlich hatte auch dasweiter keinen Erfolg, als daß cs als eine des Königs un-würdige That persönlicher Rache erschien').
Weit wirksamer war, man kann es wol Lagen, die syste-matische und regelmäßige Aussaugung Sachsens. Die1758 Sachsen behaupteten, der König von Preußen habe außer30. Jan. den 17,000 Mann, die er am Lilicnsteine gefangen, noch13,600 Mann ausgehoben, also dem Lande über 30,000Mann genommen. Hierzu kämen noch die eigenen prcussi-schcn gewaltsamen Werbungen, ferner die Freicompagnienund eine große Anzahl von Menschen, welche sich dem Kriegs-dienste durch die Flucht entzogen hätten, während sonst inden höchsten Nothfällen für den eigenen Landeshcrrn nur6—8000 Rekruten gestellt worden wären °). Die Stellungder Rekruten wurde mit der Zeit immer schwieriger. DieStadt Wolkenstein kaufte im Jahre 1761 einen Rekrutenfür 125 Thaler. Das Porccllan der Meißener Fabrik ließder König auf seine Rechnung in Hamburg verkaufen. Weilman prcussischerseits anfänglich keine neuen Contributions-gelder ausschreiben wollte, mußte allein die Stadt Leipzigbis Ende des Jahres 1757 über eine Million Thaler außer-ordentlicher Kontribution, theils unter dem Namen vonDouceur-Geldern, theils vorschußweise erlegen, welche zuletzt
1) Kriegskanzlei von 1759 I. S- 376—396.
2) Kaiserliches pro memoria in der Kriegskanzlei vom 31. Januar1753 Lhl. I. S. 23.