Erpressungen in Sachsen.
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gewaltsam beigetrieben wurden. Ebenso verfuhr man ver-hältnismäßig in Dresden, Merseburg, Görlitz und an an-dern Orten. Die Stadt Görlitz berechnete, was sie bei derAnwesenheit des Königs an baarem Gelbe, an Lcbcnsmit- 1758teln und Leinwand zu Zelten hatte geben müssen, auf gegen 26. Oct.100,000 Thalcr. Im Februar 1758 wurde der Stadt Leip-zig eine Vermögenssteuer von 800,000, der Stadt Dresdenvon 500,000 Thalern als zu leistender Vorschuß aufgelegt.
Die sächsische Ritterschaft mußte 500,000 Thalcr als frei-williges Geschenk erlegen. Weil die Kaiserin von Rußlanddie Magistrate in Preussen für sich in Eid und Pflicht ge-nommen hatte, that der König dasselbe in Sachsen'). Eswurde den Landständen der Antrag gemacht, gegen Ueber-lassung der Verwaltung sämmtlicher Landcscinkünfte an sie,jährlich die feste Summe von 4,000,000 Thalern an Preussenzu zahlen. Als sie das nicht annahmen, schrieb das Gene-ralfeldkricgscommissariak diese Summe selbst aus, hielt aber 1758dabei streng auf Ordnung und schützte nach Vermögen die 16. Febr.Einwohner vor einzelnen Erpressungen"), wodurch allein dieLasten für die Dauer einigermaßen erträglich wurden. Eswird berechnet, daß Friedrich II. an Contributionen und Lie-ferungen hauptsächlich von Lebensmitteln während des Krie-ges aus Sachsen 40—50,0§0,000 Thaler erhoben. Rechnetman dazu, was den Oesterreichern, dem Reichsheere und denFranzosen gegeben werden mußte, so mag sich diese Summewol auf 70,000,000 Thaler und mit Zurechnung der Kriegs-schädcn durch Plünderung und Brand auf 100,000,000 Tha-lcr belaufen haben. Man entnimmt aber aus dem, wasallein Preussen erhob, von welcher Wichtigkeit der BesitzSachsens für den König war.
1) Die Huldigungsformcl Kriegskanzlci von 1758 1. S. 175.
2) Herings Geschichte des sächsischen Hochlandes I. S. 189. Diekleine Schrift eines recht einsichtsvollen Mannes über die Sache Fried-richs und Maria Theresias in der Kriegskanzlei von 1759, I. S. 337 ff.bemerkt daher ganz richtig S.352: „Das weiß ich, daß die Bedrückun-gen und Plünderungen der Oesterrcicher und Reichstruppcn in Sachsenalle Herzen von ihnen abneigten und man öffentlich sagte, daß manlieber die ordentliche Last der Preussen als den beschwerlichen Trostder Befreier tragen wolle."