Härte gegen Sachsen. Rache an Brühl. 135
3000 bei ihm gefundene Thaler wcgnehmcn, und als er 1757Dresden verließ, dessen sechsspännigen Wagen und Bedienung 1 . Sept.zurückschickcn und ihn in Ketten zu Fuße neben den Trup-pen fortschlcppcn. Er soll sogar dem General Fink alsCommandanten von Dresden befohlen haben Pulver in dieKeller des königlichen Schlosses zu bringen und in die ka-tholische Kirche Schießscharten zu brechen, was dieser, als gegenseine Ehre, verweigert'). Er schickte ( 12 . Dcc.) seinem BruderHeinrich einen Befehl an den Marschall Kcith: ohne alleSchonung so hohe Kriegssteucrn und Lieferungen als mög-lich in Sachsen auszuschreibcn und aus demselben zu ziehen.
„Man wird schreien," fährt er fort, „aber meine Absicht ist(was Sie doch als tiefes Geheimniß bewahren werden) da-durch den König von Polen zu drängen, ernstlich an denFrieden und an eine Ucbcreinkunft mit mir zu denken undsich nicht mehr von den Ocsterrcichern bei der Nase herum-führcn zu lassen')." Aus demselben geheimen Grunde schrieber schon dem Marschall Keith ( 12 . Dec.), er werde es gern sehen,wenn der Obcrstlieutenant Mayer mit einigen Compagnienseines Freicorps auf den Gütern des Grafen Brühl beiLeipzig und Nossen Hause, doch in seinem eigenen Namen,denn er, der König, wolle nichts davon wissen'). DasBrühlsche Gut Nischwitz bei Wurzen wurde demnach aufdie roheste Weise geplündert, die Mauern des Schlosses nie-dcrgcrissen, die eingelegten Fußböden zerstört, Bildsäulenzerschlagen, Fruchtbäume umgehauen. Als sich die GräfinBrühl darüber beschwerte, weil der König ihr früher Zu-sicherungen rücksichtlich der Sicherheit ihrer Güter gegeben,antwortete er ihr im Februar 1758 eigenhändig: „Die Zei-ten haben sich geändert. Die Bundesgenossen des Königsvon Polen haben mein Land beraubt und verheert; ich habemüssen Repressalien brauchen, um ihren Grausamkeiten undRäubereien Einhalt zu thun." Sic dürfe sich nicht wun-
1) S- bei Henckel Lhl. I. Abth. 2 S. 343 die Anzeige einer zumNachtheile Preussens gepflogenen Correspondenz. Vergl. S. 286.
2) Bei Schöning Siebenjähriger Krieg I. S. 103.
3) Preuß Urkundenbuch II. S. 8.