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Buch VIII. Drittes Hauptstück.
thum durch Widerstand gegen sie übernehmen sollen. Doch1758 befahl Friedrich die 533 Mann, deren der Marschall Lchwald15. 2an. ^ Bedienung seiner Feldgeschütze bedurfte, aus den M.fischen Gebirgsgegenden aus sicheren, durchgehends evangcli-schen Leuten zusammcnzubringcn').
Es war, wie wir sahen, nicht Widerwille gegen Lasdem Könige sehr gleichgültige Glaubcnsbekenntniß der Ka-tholiken, was ihn zu diesen nicht völlig zu rechtfertigende»Schritten bewog, sondern die Meinung, daß jene seiner Staats-gewalt widerstrebten. Noch weit weniger darf man mit dmMaßstabe des Rechts die Behandlung messen, welche Sach-sen, Anhalt, Meklcnburg und überhaupt alle diejenigenLänder mit ihm nicht fverbikndeter Fürsten von ihm erfuhren,welche er in seine Gewalt bekam. Er mußte sich retten, aufjede Weise, konnte sich und seine Untcrthancn nicht schonen,wie hätte er Gegner oder auch nur Andere schonen sollen,175-7 die ihm nicht freiwillig beistanden? „Man sagt," schrieb er28 . Dec. seinem Bruder Heinrich, „daß wir einigen Ruhm haben;wenn das ist, so sind wir dennoch nur BcttclhcldeN: wir !brauchen Geld, und ich will, weil es sein muß, lieber feind-liches Land als meine armen Unterthancn treten")." „Wenn !der Krieg fortdauert, mein lieber Bruder," schrieb er deni-^1758 selben später, „so muß ich Straßenraub treiben, um meine19. April Truppen zu bezahlen^)." Am härtesten traf der unverschul-dete Druck des Kriegs das unglückliche Sachsen.
Außer der entschiedenen Abneigung des Kurfürsten gegenden Frieden, daun der feindseligen Stimmung, welche Fried-rich in Sachsen, vorzüglich bei den Truppen fand, welchedann auch Lei Kolin so blutige Vergeltung geübt, hatteihn noch besonders gereizt, als im Nadasdyschcn Gepäckc,welches den Preussen in die Hände gefallen war, ein gehei-mer ihm nachtheiliger Briefwechsel der in Dresden zurück-gebliebenen Königin und ihres Hofes mit den Ocstcrrcichcrnentdeckt wurde. Er verfuhr nun nicht mehr mit der frühemSchonung, ließ einen Kammerhcrrn v. Schönbcrg feststen,
1) Bei Schöning Artillerie II. S- 89.
2) Schöning Siebenjähriger Krieg I. S. 117.
3) Daselbst S. 181.