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5 (1854) Von 1756 bis 1763
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Bedrückung der katholischen Geistlichkeit. 133

Grafen Praschma, welche beide ebenfalls Breslau verlassenhatten. Aus dem Ertrage der Einkünfte des Bischofs zu-gleich als Abts des Sandstifts wurden bis zum Jahre 1762,nach Abzug der Verwaltungs- und anderer Kosten, jährlichim Durchschnitte 27,000 Thaler an die Militairkaffc abgc-liefcrt').

An die Stelle des von dem Bischöfe ernannten Genc-ralvikars v. Frankenbcrg setzte der König den von ihm sehrbegünstigten, von dem Bischöfe bitter gehaßten DomherrnBastiani, den Sohn eines venetianischen Schneiders. Alsdieser schon nicht vom Papste Benedict XIV, und nach dessenTode noch weniger von dessen bis zum Fanatismus eifrigenNachfolger Clemens XIII. anerkannt wurde und daher selbstzurücktrat, so übertrug der König aus landesherrlicher Machtund Gewalt dem gesammtcn Domkapitel die Verwesung desGcneralvikariats^).

Seit dem Jahre 1758 mußte auch die katholische Klo-ster- und sonstige Stiftsgeistlichkcit den zehnten Theil ihrerEinkünfte an die Kriegskasse zahlen, weil, hieß es, dem Wie-ner Hofe zur Fortsetzung des auf ungerechteste Weise demKönige abgezwungencn Krieges vom Papste der zehnte Theilder Einkünfte der ganzen Klerisei in den gesammten Reichs-landen nachgelassen worden sei. Ebenso erhob der Königvon den katholischen geistlichen Stiftern von Zeit zu Zeitnach Bedürfniß mehrfache Darlehn, wie das ebenfalls imOesterreichischen zu geschehen pflegte. Er war dazu durchdie Noth gedrängt und hatte die nicht unbegründete Ueber-zeugung, daß die katholische Geistlichkeit im Allgemeinen einegeheime Feindin Preußens sei, wie er denn dadurch über-haupt argwöhnischer gegen die Katholiken wurde, nicht ganzmit Recht, denn wesentlich waren sie ihm gehorsam undoffene Widersetzlichkeit wurde gar nicht gewagt. Die Staats-gewalt war damals viel zu übermächtig, als daß Katholikenhätten mit höchst unwahrscheinlichem Erfolge das Märtyrcr-

1) Menzel Xl. S- 336, welcher, wie die Berechnung dort zeigt,die jährliche Durchschnittssummc zu hoch auf 50,000 Thaler angibt.

2) Am gründlichsten und ausführlichsten aus den Acten MenzelXI. S. 331331.