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5 (1854) Von 1756 bis 1763
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j Bedrückung der Kathol. Bestrafung des Bischofs. 131

evangelischen Geistlichen aber seit dem dreißigjährigen Kriege^ - sämmtlich vertrieben worden waren, sehr drückend. Bald 175,8! darauf befahl der König, daß auch alle Abgaben an Zehn- 8- Marzl tcn, Garben und Broten, welche die evangelischen Eingc-pfarrtcn an katholische Pfarrer bisher entrichtet hatten, gänz-^ lich zum Besten der Unterthancn Wegfällen sollten'). Daswaren größtenteils Grundlastcn, welche die Käufer derGrundstücke mit übernommen hatten und nun geschenkt er-! hielten, worauf sic gar keinen Anspruch hatten. Erst imJahre 1775 wurden auch die Katholiken von ParochiÄlab-gabcn an die evangelischen Pfarrer befreit°). Friedrich han-delte hier offenbar nicht nur gegen die Friedensschlüsse mitOesterreich, welche dieses allerdings selbst für aufgehobenerklärt hatte, sondern noch mehr ungerecht gegen seine ka-tholischen Unterthancn, vielleicht ebenso sehr aus wirklicherAbneigung, als um die Evangelischen durch ihnen erwiesener Wohltaten noch mehr an sich zu fesseln, welche sie nur soüi lange zu genießen hoffen konnten, als Schlesien prcussischt blieb. Er wendete nun in dieser Provinz, wie wir sehenwerden, noch viel herbere Mittel an, welche sich der Formnach noch weit weniger rechtfertigen lassen dürften.

Der Bischof von Breslau war, nachdem er den eifrigösterreichisch gesinnten Domherrn von Frankcnbcrg zum Gc-ncralvikar bestellt hatte, noch am Tage der Leuthcner Schlachtvon Breslau nach Nikolsburg in Mähren gegangen. Ermußte bald bemerken, daß sein schwaches charakterloses Be-nehmen ihm die Achtung des Wiener Hofes nicht erworben.

Er schrieb daher an den König und klagte, daß er schon seit 175,8dem Herbste des letzten Jahres keine Hoffnung mehr gehabt 30. Jan.dessen Gnade wieder zu erlangen; deshalb habe er nach Romgehen und dort entfernt von jeder Lage, die ihm bisher vonSeiten Oesterreichs und Preusscns fo viel Verdruß und Un-glück zugezogen, das Ende des Krieges abwarten wollen.

Er habe jedoch, bald nach der Einnahme Breslaus durch dieOcsterreichcr, auf Befehl des Grafen Collowrath nach Jo-

1) Korn sche Edictensammlung Thl. VI. S- 707.

2) Menzel XI. S. 313 aus den dort angeführten Quellen.

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