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Buch VIII. Zweites Hauptstück.
falls leicht zu verteidigenden Flusse den Angriff des Kö-nigs abwarten. Der Herzog aber trat dem General Lucchefiund der Mehrzahl der Mitglieder des Kriegsraths bei, welchees unter der Würde der österreichischen siegreichen Waffenhielten mit einem furchtbaren Heere vor einer HandvollVolkes stehen zu bleiben. Dem Herzoge Karl schmeicheltecs, nicht allein dem Feldzuge, sondern dem ganzen Kriegedurch eine offene Fcldschlacht ein Ende zu machen und dieLorbeeren zu erringen, welche ihn vier gegen den Königverlorne Schlachten nicht hatten gewinnen lassen. Es be-stimmte ihn noch mehr ein Schreiben, welches er eben vonseinem Bruder, dem Kaiser, erhalten hatte, in welchem ihndieser aufmuntertc Alles anzuwenden, um durch unausgesetzteAngriffe das prcussische Heer möglichst zu schwächen, weildie mit Oesterreich verbündeten Mächte rücksichtlich der De-müthigung Preussens nicht einig wären und Maria Theresiasonst Schlesien nicht zurückerhaltcn würde.
Der Herzog beschloß daher dem Könige ungesäumtnicht nur über die Lohe, sondern auch über die Weistritzcntgegenzurücken. Es wurde in der Erwartung, der Königwerde auf seinem Marsche länger verweilen, die Fcldbäckcrcinach Neumarkt vorausgeschickt und dort Vorkehrung zur Ab-steckung eines Lagers getroffen, und das Heer selbst ging4. Dec. bei Lissa über die Weistritz. An demselben Tage war, wiewir sahen, der König auch seinerseits von Parchwitz gegenNcumarkt vorgerückt. Er ritt wie gewöhnlich mit den Hu-saren auf der großen Landstraße voraus, als er erfuhr, daßNeumarkt von Kroaten besetzt und die Feldbäckerei dort ein-gerichtet sei. Es lag ihm viel daran eine Höhe, von ihmaus jenseits Ncumarkt, nach Lissa hin besetzen zu können.Weil indessen sein Fußvolk noch zurück war, so ließ er so-gleich einige Schwadronen der Husaren absitzen und vonihnen die Stadtthore sprengen. Er bemächtigte sich derStadt, griff die sich zurückziehenden Oesterreichcr nachdrück-lich an, tödtcte 100 Mann, nahm 600 Gefangene, und eineKanone und die Feldbäckerei mit 80,000 Brotportionen fielin seine Hände. Er erfuhr nun mit Gewißheit, daß dieOesterreichcr ihr Lager an der Lohe verlassen hätten und ihm
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