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5 (1854) Von 1756 bis 1763
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Lage der Oesterreicher.

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Bevernsche Heer fast gar nicht verfolgten. Als die Nach-richt von dem Anmarsche Friedrichs nach Schlesien kam,wurden deshalb dagegen keine ernstlichen Vorkehrungen ge-troffen, weil man gar nicht glaubte, daß er mit seinemschwachen Heere in der vorgerückten Jahreszeit wagen würdeetwas Ernstliches zu unternehmen, fast noch weniger, daßer so unglaublich schnell ankommen würde, als es geschah.Hierzu kam, daß der als Mensch sehr achtbare, tapfere undvon den Truppen, für deren Verpflegung er sehr besorgtwar, geliebte Herzog von Lothringen, wie er sehr leicht vonkriegerischem Aufschwünge zur völligen Abspannung über-ging, so auch den Rathschlägen derjenigen zu leicht folgte,welche cs verstanden sich seine Gunst zu erwerben. Über-haupt fehlte ihm hinlänglich ruhige Besonnenheit und Uebcr-sicht zum Entwürfe, sowie die nöthige Festigkeit im Han-deln. Unter ihm, und gewissermaßen ihm zur Seite, standder höchst besonnene, überlegte, methodische und charakterfesteDaun, der Sieger von Kolin, der als Retter der Monarchiein hohem Ansehen stand und, sich seines überlegenen Feld-herrntalentes sehr wohl bewußt, mit Recht den Oberbefehlerstrebte, welcher ihm wirklich vor dem begünstigten Schwa-ger der Kaiserin, der allgemeinen Meinung nach, auch ge-bührte. Beide Feldherren waren daher auf einander eifer-süchtig, schon fortwährend uneinig über die zu ergreifendenMaßregeln gewesen. Es trat das wieder recht deutlich her-vor, als auf die Nachricht von der Annäherung des Königsder Herzog, aus seiner Sicherheit aufgcschreckt, einen Kricgs-rath berieft). Der vorsichtige Daun wollte in der festenStellung hinter der Lohe verharren, worin ihm vorzüglichder obwohl äußerst tapfere General Serbelloni mit Eiferund Nachdruck beistimmte, weil Zaudern jetzt nothwcndigerund zweckmäßiger sei als je. Andere meinten, man müssebis an die Weistritz vorrücken und hinter diesem ebcn-

1) Kutzen sagt S. 40: nach der Ankunft des Königs in Parch-witz, was nicht wahrscheinlich ist; wol sicher früher. Ich kann nichtsagen, schreibt ein Prediger aus Breslau, wie groß die Furcht, nicht»°r des Königs Armee, sondern vor dem König allein war. Kriegs-kanzlei von 1758 I. S. 205.