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Graf Schaffgotsch, Bischof von Breslau.
Strafe verboten; deshalb sollten alle Testamente, Codicilleund Schenkungen, in denen etwas an fromme Körperschaftenvermacht wurde, der Regierung zur Einsicht und Bestäti-gung vorgclcgt werden. Alle Bemühungen des Papstes unddes Bischofs, den König zur Zurücknahme dieser der katho-lischen Kirche sehr nachtheiligen Verfügung zu bewegen,waren vergeblich. Der König wurde noch aufgebrachter, alser bemerkte, daß der Papst in dem Breve über Verminde-rung der Feiertage in Schlesien auf Veranlassung des Bi-schofs geäußert hatte, er habe sich zum Erlasse desselben inErwägung der unglücklichen Zeiten in Schlesien bewogen ge-sehen, welche cs erheischten, daß die armen Leute mehr Zeitzum Arbeiten gewännen. Friedrich warf im Jahre 1754dem Bischöfe geradezu vor, dieser nehme sich heraus die kö-niglichen Majestätsrechte in Schlesien in Betreff der Ange-legenheiten der katholischen Geistlichkeit zu untergraben. Erbezeigte dem Bischof sein Mißfallen über dessen undankbaresBetragen und drohte ihm mit den Mitteln, ihn zu seinerPflicht zurückzuführen. Er befahl alle bischöflichen Erlasseso wie alle päpstlichen Bullen und Breven vor dem Druckedem dirigircnden Minister in Schlesien zur Genehmigungvorzulegen. Der Bischof gerieth darüber dermaßen in Angst,daß er sich nach seinem Schlosse Johannisberg im österrei-chischen Schlesien zurückzog, von wo er dem Papste allesmittheilte und die Besorgniß ausdrückte, vom Könige ent-weder vertrieben oder in eine Festung gesperrt zu werden,welches das gewöhnliche Ende unter dieser Herrschaft sei.Er bat den Papst für den Fall, daß er aus Schlesien ver-trieben werden solle, wos sicherlich nicht fehlen werde, ihnin Rom unterzubringen und ihm für den Rest seiner Tageein kleines Unterkommen anzuwcisen. Er kehrte nun zwarbald wieder nach Breslau zurück. Das Edict über die Ver-mächtnisse wurde nicht streng beobachtet. Das gute Verneh-men mit dem Könige schien wieder hergcstellt und noch imFrühjahre 1756 hielt sich der Bischof mehre Wochen hin-durch in Berlin auf. Er hatte jedoch die Zähne des Löwenzu sehr in der Nähe gesehen, um nicht in fortwährenderAngst zu schweben. In einem Schreiben vom 22. SeptemberStenzel, Gesch. d. Prcussisch. Staats. V. 7