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Buch Vlll. Zweites Hauptstück.
will die Ketten brechen und seinen Henkern entgehen'). I»einer Ode an seinen Bruder Heinrich drückt er seinen ent-4—6. Oct. schlossenen Muth zum Widerstande aus, daß nur der Menschuntergehe, der erschrocken sich selbst verlasse, daß jedoch zulehtedle Verzweiflung das einzige Hülfsmittcl gegen verzwcif.lungsvolle Uebel und das Unglück Quelle des Glückes sei.Wunder geschähen nicht mehr. Kühnheit und Muth wärenden Sterblichen gegeben, um das Unglück zu unterjochen.Dann ermuthigt er seinen Bruder den Staat zu stützen,dessen Ruhm im Begriffe sei verdunkelt zu werden"). Erhatte seine Epistel an d'Argens Voltaire mitgetheilt, dieserschrieb ihm sehr ischön und kräftig. Er warf dem Königevor, er verzweifle nur aus Selbstliebe, um nicht von seinenFeinden sgcdemüthigt zu sein, während ihm seine höherrVernunft sagen müsse, daß er nicht gedemüthigt sei und esnicht werden könne. Immer bleibe ihm als Mensch nochetwas, um glücklich zu sein, weil er ein Philosoph und nichtein bloßer König sei. Er wies ihn auf das Beispiel an- .derer Fürsten hin, welche ihren Thronen entsagt hätten.Unter keiner Bedingung sei der Selbstmord erlaubt. Ver- slohnte es sich denn der Mühe Philosoph zu sein, wenn nnicht als Privatmann leben oder als Fürst Widerwärtig- -keiten ertragen könne? Der große Kurfürst sei noch angesehen !und geachtet genug gewesen^). >
9. Oct. Der König antwortete ihm durch eine Epistel, in wel-cher er ihm sagte, Jedem gebe seine Stellung sein Gesetz,und schloß mit den so berühmt gewordenen Worten: „Vol-taire in seiner Einsiedelei kann sich in Frieden den Tugendendes Weisen hingebcn, aber ich, vom Schiffbruche bedroht,muß dem Sturme trotzend als König denken, leben und ijsterben*)." In ähnlicher Weise drückt er seinen an Vcr-zweiflung gränzenden Kummer und seine Absicht nur als s
1) Oeuvres 1. XIII. p. 152.
2) Oeuvres 1'. XIII. x. 131.
3) Oeuvres cle Voltaire psr Leueliot. 1. I.VII. P. 31^Bergl. S. 354.
4) Oeuvres l'. XIV. p. 115.