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Buch VIII. Zweites Hauptstück.
seines Verfahrens würde er für eine Gnade halten müssen,weshalb er nicht darauf rechnen könne. Anstrengungen undGram hätten seine Gesundheit erschüttert, weshalb er nachBautzen gegangen sei, um sie wiederherzustellen. Der Her-zog von Bevern werde über alle Angelegenheiten Auskunftgeben. Der König antwortete ihm scharf: „Nicht die Feinde,sondern Ihre übel gewählten Maßregeln ziehen mir allesUnglück zu, von dessen Folgen Sie und Ihre Kinder mehrwerden betroffen werden als ich. Ihre Ohren sind nur anSchmeicheleien gewöhnt. Daun hat Ihnen nicht geschmei-chelt und Sie sehen die Folgen davon. In dieser traurigenLage bleibt mir nichts weiter übrig als das Aeußerste zuwagen. Ich werde angreifen, und wenn wir nicht siegenkönnen, so wollen wir uns Me ltodtschicßen lassen. Ich be-klage mich nichts über Ihr Herz, >wol aber über Ihre Unfä-higkeit und Ihre zu geringe Beurtheilungskraft bei der Wahlder möglichst guten Entschlüsse." Er wünschte, der Prinzmöchte aus den Widerwärtigkeiten, die er erfahren, lernen,Sachen von Wichtigkeit mit mehr Sorgfalt, Einsicht undEntschlossenheit zu behandeln. Der ohnehin kränkliche Prinzbat nun tief gebeugt den König nach Dresden gehen zu dür-fen, worauf dieser erwiderte: er könne gehen, wohin er wolle.Er begab sich dann nach Oranienburg und starb, noch eheein Jahr verfloß, ohne vorher, wie er sehnlichst gewünschthatte, in einer Schlacht seine Hingebung zeigen zu können.
Der König steckte jetzt die Ueberreste von 18 sächsische»Bataillonen unter und schickte' 2 Regimenter nach Stettin.Das 115 Bataillone starke Heer, welches er im Frühjahrenach Böhmen geführt hatte, war bis auf 85 Bataillone ge-schmolzen, die höchstens 50,000 Mann zählten. Die Reite-rei war noch 20,000 Mann stark. Binnen vier Monate»hatte das Heer 50,000 Mann eingebüßt.
Und gerade in dieser unglücklichen Zeit trafen den Kö-nig von allen Seiten immer härtere Schläge. Friedrich hattegehofft, der Einfluß seines Freundes, des Großfürsten Peter,und dann Englands werde die Russen von ernstlichen Bewe-gungen zurückhaltcn und diese sich mit Drohungen begnü-gen. Wirklich war der Feldmarschall Apraxin, dem die Kar-