Friedrich räumt Böhmen.
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mals zehn Mann zu befehligen bekommen, denn Sie wür-den nur den Staat verderben und den guten Ruf der Trup-pen compromittiren')." Winterfeld schrieb dem Könige:
„Machen Ew. Majestät bald eine Aenderung bei dem hiesi- 26. Juli'gen Corps oder kommen bald zu uns. Bei all dem Kriegsrathhalten kommt nichts heraus, sondern es muß einer allein mitResolution commandiren, so ist noch Alles zu redrcssiren°)."
Der König wollte sich mit dem Heere des Prinzen ver-einigen und eine Schlacht liefern, um den Feind aus derLausitz nach Böhmen zu treiben und die Verbindungen mitSchlesien hcrzustellen. Er versammelte alle Bataillonsfüh-rer, machte sie mit der Lage des prinzlichen Heeres bekanntund befahl ihnen, keinem ihrer Soldaten zu gestatten sichmit denen des prinzlichen Heeres zu unterhalten. Als erdarauf an der Spitze seines Heeres vor Bautzen ankam, ritt 29. Zullihm der Prinz von Preußen mit dem Herzoge von Bevernund einigen der vornehmsten Generale entgegen. Der Königwendete sein Pferd um und hielt so eine Zcitlang. Als erdann, durch die das Lager absteckenden Fouricre genöthigt,wieder umwenden mußte, erwiderte er den Gruß des Prin-zen kaum, wendete sein Gesicht von ihm ab und sagte zumGeneral Golz: „Sage Er meinem Bruder und seinen Ge-neralen, sie hätten verdient, daß ich ihnen Allen, mit Aus-nahme Winterfclds, den Kopf abschlagen ließe;" doch wolleer in dem General seinen Bruder nicht vergessen. Als dar-auf der Prinz dem Könige die Heeresberichte übergab, nahmdieser sie schnell und kehrte ihm den Rücken zu. Dem Ge-neral Schmettau, den sich der Prinz bei Ucbernahme desOberbefehls erbeten hatte und dessen Rathe man die erlitte-nen Unfälle beimaß, ließ der König bei der Parole befehlensich sogleich aus seiner Nähe zu entfernen und sich nie wie-der vor ihm sehen zu lassen. Der Prinz schrieb dem Könige,daß er wohl erkenne in seinen Augen Ehre und Reputationverscherzt zu haben, was ihn betrübe, aber nicht erniedrige,weil er sich vollkommen unschuldig fühle. Eine Untersuchung
1) Bei Henckel I. S. 262.
2) Bei Schöning Siebenjähriger Krieg l. S. 74.