Belagerung von Prag.
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Wirklich dachten sic auch nicht daran sich durchzuschlagcn,sondern machten nur dreimal schwache Versuche sich durchzu-schlcichcn, ungeachtet durch das plötzliche Anschwcllen derMoldau, in Folge eines Wolkcnbruchcs, beide prcussische 30. MaiSchiffbrücken zerstört und die Einschlicßungstruppen so vier! Lage hindurch von einander getrennt worden waren. Nur! ein schwacher Ausfall wurde im Anfänge des Juni mit cini-^ gem Erfolge versucht; in allen übrigen kleinen Gefechten un-ter den Wällen blieben die Ocstcrreichcr im Nachthcilc. DerHerzog Karl von Lothringen hielt seine Befreiung nur durchMitwirkung Dauns für möglich. Zuletzt erhielt er auch^ noch den Befehl sich nicht nach Pilsen oder Egcr durchzu-schlagcn, was an sich ziemlich leicht gewesen wäre, aber ohneMagazine, bei nachdrücklicher Verfolgung durch die Prcusscn,hätte sehr nachtheilig werden können. Er sollte in Pragbleiben und hier das prcussische Heer durch häufige Ausfällefcsthaltcn, bis Daun stark genug sein würde, ihn zu ent-setzen. So blieb der Herzog ruhig in Prag, ohne jedochhäufige Ausfälle zu machen.
Der König glaubte die Prager Magazine nur durchein Bombardement zerstören und so durch Hunger die Ucbcr-gabe der Festung beschleunigen zu können. Es wurde daswegen des Vorrückcns der Franzosen um so nöthiger: denner sah sehr wohl ein, daß er nicht zugleich würde Prag ein-schlicßen, Daun entfernt halten und sich den Franzosen wi-dersctzcn können. Es langten nun zwar nach und nach 58schwere Geschütze vor Prag an, allein ungeachtet der Un-geduld des Königs konnte das Bombardement erst den 29. Maibegonnen werden. War doch erst 14 Tage vor dem Anfangdesselben die Genehmigung des Königs zum Gusse der nö-tigen Munition eingcholt worden'). Diese Zahl der Ge-schütze war jedoch bei der großen Zahl steinerner Gebäude inPrag nicht hinreichend zum entscheidenden Erfolge, obgleichganze Straßen eingcäschcrt und gegen 900 Häuser ganzoder thcilwcise zerstört wurden. Dann konnte, wegen Man-gels an Ammunition, das Bombardement nur bis zum 8. Juni
> I) Scho nina Artill. II. S. 52.