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Buch VIII. Erstes Hauptstück.
kräftig fortgesetzt werden. Indessen genoß schon seit dem Anfängedieses Monats die Besatzung nur Pferdefleisch, was auchbald sehr theuer wurde. Zwar crmuthigte die Versicherungder geliebten Kaiserin, daß Entsatz nahe sei, die hungerndenEinwohner, doch würde Prag sich wirklich nur bis gegendas Ende des Monats haben halten können, wenn cs nicht jdurch Daun entsetzt worden wäre.
Der Graf Leopold von Daun, den wir als den Her-steller des österreichischen Kriegswesens unter Maria There-sia nach dem Aachener Frieden bereits kennen gelernt, hattedadurch das Vertrauen des Kaisers und der Kaiserin erwor-ben. Er war ein eben so wissenschaftlich gebildeter undkriegserfahrener als uncrmüdet arbeitsamer Mann, dazu vonunerschrockenem Muthe, seltener Kaltblütigkeit im hitzigstenGefechte und von äußerster Ausdauer. Seine Kriegführungwar, seiner ganzen Natur, Auffassung und verantwortlichenLage gemäß, methodisch und höchst überlegt. Er überließnichts dem Zufalle, verzichtete weit eher auf Vorthcile, alser etwas aufs Spiel setzte, wollte keinen Hauptschlag thun,ohne des Sieges gewiß zu sein, ging langsam und höchstbedachtsam, über unvcrrückt auf das Hauptziel los, welcheser ins Auge gefaßt hatte. Die reifliche Uebcrlegung jedesSchrittes läßt ihn noch unentschlossener, sein Zaudern ihnnoch ängstlicher erscheinen, als er wirklich ist. Es fehlte demmethodischen Manne allerdings jene frische, das Heer bcle- !bcnde Thätigkeit, welche, vorzugsweise nach einem Siege,diesen benutzt und vervollständigt und entscheidend macht;allein cs ergriff ihn auch nicht hoffnungslose Verzweiflung,welche nach einem Verluste alles aufgibt. Man muß auch, jrücksichtlich seiner scheinbaren Aengstlichkeit in der Verfol-gung errungener Vortheile und deren Vervollständigung, diegroße Meinung in Anschlag bringen, welche er mit Rechtvon der außerordentlichen Haltung des Königs und vondessen kühner Entschlossenheit, wie von der geringen Ge-schicklichkeit seiner Untcrbefehlshabcr hatte. Er war, manmuß es erkennen, der einzige Mann, welcher das wahreWesen dieses österreichischen Krieges als Oesterreichcr von !Geburt dem Könige Friedrich II. und Preusscn gegenüber '