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Buch VIII. Erstes Hauptstück.
Viele Pontons, Zelte und Lagergeräthschasten fielen denPrcusscn in die Hände.
Der General Puebla, von dem hcranrückenden Daunmit 9000 Mann vorausgcschickt, hatte am Tage der Schlachtnur bis zwei Meilen von Prag ankommen können, fich dannnach Böhmisch Brod gegen Kolin zu Daun zurückgezogen.Der Schrecken über den Verlust der Schlacht bei Prag warin Oesterreich so groß, daß in Wien schon Vorbereitungenzur Rettung der Archive getroffen wurden. Es ist sogarfraglich, ob nicht Friedrich besser gcthan hätte, wenn er,allerdings gegen die Regeln der Kriegskunst, sogleich nachder Schlacht Prag in seinem Rücken gelassen hätte undauf Wien vorgerückt wäre, was bei der allgemeinen Nieder-geschlagenheit und der in Folge der Uebcrraschung eingetre-ncn Verwirrung und Uneinigkeit hätte von den größtenFolgen sein können'). Für den König kam indessen allesdarauf an, Prag so bald als möglich in seine Hände zubekommen und das darin befindliche Heer von 50,000 Manngefangen zu nehmen, worauf er hätte fast ungehindert bisauf Wien verrücken können. Allein zur Belagerung fehlteihm das nöthigc Belagerungsgeschütz, und die EinschließungPrags auf beiden Seiten der Moldau, in einem Umfangevon fast drei Meilen, war um so schwieriger, als der Königitt. Mai schon den Herzog von Braunschwcig-Bevern mit 17,MMann zur Beobachtung Dauns entsenden mußte, wonachzur Einschließung nur noch 63,000 Mann übrig blieben,während in der Stadt sich fast eben so viel Ocstcrreichcr be-fanden. Dennoch unternahm der König dieses WagMEr ließ oberhalb und unterhalb Prags Brücken schlagenund eine große Zahl von Werken aufwcrfen, um das Aus-brcchcn der Kaiserlichen, vorzüglich gctzen Mähren hin, z»verhindern, was für ihn am nachthciligstcn gewesen seinwürde, weil auch allein von daher eine Entsetzung möglichwar. Der König rechnete bei seinem verwegenen Entwürfeauf Hie Entmuthigung der Ocstcrreichcr in Prag, welche erbisher in allen Schlachten geschlagen hatte.
I) Nach Droglios Schilderung der österreichischen Zustände StuhrI>S. 251.