Druckschrift 
Vier Predigten aus dem Lied der Lieder
Entstehung
Seite
54
Einzelbild herunterladen
 

das schlechte Zelt ihres Leibes gänzlich abbrechen wird,um eine neue Hütte, voll Glanz und Herrlichkeitihr anzuwcisen.

2a du bist schwarz, du Braut des Herrn: Aberwir wollen dich nicht ansehen, daß du so schwarz bist.Siehe, die Sonne hat dich schwarz gebrannt. Du bistauch schön und lieblich: Schön wie die Teppiche Sa«lomos, und wie die Hütten Kedar.

III.

Was hat denn nun die Braut noch zu erzählen?»Meiner Mutter Kinder, spricht sie, zürnten mit mir.Sie haben mich zur Hüterin der Weinberge gesetzt;aber tneinen eigenen Weinberg habe ich nicht behütet.« Meiner Mutter Kinder? Sulamith meint ihreReichsgenossen, die mit ihr dieselbe Straße zogen, unddesselben Bürgerrechts, des sionitischen, sich freuendurften, die aber im Lichte Jacobs noch nicht langgenug gewandelt, die noch zu wenig im Wege derErleuchtung fortgeschritten waren, als daß sie sich dasLeben aus Gott auch wohl als ein verborgenes, alsein vom Glanze äußrer, gottesdienstlicher Geschäftigkeitentblößtes Leben hätten denken können. Ein Gottes-Mensch im Stande der Beraubung war ihnen nochein unauflöslich Räthsel und Geheimnis!.

Nun denke ich mir, daß es eben dieser Standäußerlicher Glanzlosigkeit und Entblätterung mag ge-wesen seyu, in welchem sic auch die Sulamith erblick-ten. Sic, die sie als eine so hochbegabte freudigeZeugin kannten, die durch ihre glänzende Würksamkcst