der Braut uns vor die Augen tritt. Was uns anChristum bindet, das muß nicht sowohl der süße Ge-schmack seiner Güter, als vielmehr das schmerzlicheGefühl unserer Armuth und unseres Elendes seyn.Das ist die Wahrheit, in deren große Bedeutungunsere heutige Betrachtung uns tiefere Blicke eröffnenmöge.
Stach Anleitung ihrer eigenen Acußcrungcn, beobach-ten wir die Braut mit stetem Blick auf uns, in einervierfachen Lage.
I. Zuerst wie sic schwelgt in geistlichemReichthu nr.
II. Wie sie verliert was sie hat, und i uder Verbannung schmachtet.
III. Wie sie im Wiedersuchen begriffen istund nicht findet.
IV. Wie sie findet, um nicht mehr zu verlieren.
I.
Ich suchte des Nachts auf meinem Lager. Wendenn? — Den meine Seele liebt. Christum, denSchönsten der Menschenkinder, Christum, den himm-lischen Bräutigam. Den hatte die klagende Seele ge-habt auf ihrem Lager. Liebliches Bild, mit welchemdie ganze Seligkeit des Zustandes angedeutet wird, indem sie sich zuvor befunden hatte. Sic hatte denHerrn auf ihrem Lager. Den Herrn auf seinem Lager-Haben, was kann das anders heißen, als bei undin ihm ruhen, seiner beseligenden Nähe auf dasAllerlebhaftcste und Empfindlichste inne werden, seine