Schwärze — und richten unsre Blicke auf ibrc Lieb-lichkeit.
Ist.
Ich bin schwarz, sagt die Braut, aber gar lieblich.Schwarz und lieblich zugleich? wie widersprechend!Und doch kann Sulamith in Wahrheit sagen: Jeschwarzer ich bin in meinen Augen, desto schöner binich vor Ihm. Seine Zuneigung zu dir, richtet sich nachdem Maas und Grade deiner Sclbstetkenntniß unddeines Sündengefübls. Klagst du dich vor Ihm einereinzeln Sünde ernstlich alt, so bist du Ihm hcrzlichwillkommcn. Hebst du an zu seufzen: Meiner Sündensind mehr, denn des Sandes am Meer — so bist duIhm noch lieber. Nimmst du endlich gar Alles, wasdu von dir selber hast und bist, zusammen, und wirfstcs weg als einen Koth und Unrath, an dem der Bannund Fluch hafte, und lassest dir nichts Gutes übrig,so bist du Ihm am angenehmsten. Nur eine Klagekann er nicht leiden, die Klage Kains: Meine Sün-den sind größer, denn daß sie mir könnten vergebenwerden — denn dabei ist der Satan im Spiel — undwill dem Sünder den Born des Blutes Christi zuwer-fen und seit! Verdienst schmälern. Cr vergibt liebertausend Sünden, denn eine — er heilt lieber schwereWunden als geringe — und bcdraut lieber großeSchmerzen, als kleine; weil so seine Erbarmung mehrverklärt, seine Liebe auf einen höhern Leuchter ge-stellt, und das geheilte Herz Ihm enger in Dank-barkeit und Gegenliebe verbunden wird. Und kommt
st