meiner braunen Farbe, und laßt euch ja nicht irremachen durch die jetzige Dürre, die Stummheit undOdemslosigkeit, die plötzlich bei mir cingetreten; alsob das ein Zeichen sey, daß das Band zwischen mirund meiner Sonne aufgelöst wäre. Nicht durch dieEntfernung meiner Sonne — nein durch ihre Nahhcit,durch ihre Würkung ist meine Haut so braun, so dürreworden und mein Schein vergangen. Mein Bräuti-gam selbst hat mir entzogen die Fülle empfindlicherGnaden, in der ich schwelgte, auf daß ich nicht stolzwürde, sondern mich fürchte; auf daß ich nicht ver-gesse meinen armen Sünder- und Bettler-Stand —und fein glauben lernte ohne Schauen und Schmecken,auf bloße Wort hin. So sehet mich also nicht an,daß ich so schwarz bin — und werdet nicht stutzigdarob, irre und zweifelhaft; glaubt mirs: Die Sonnehat mich schwarz gebrannt — und unser Bund stehtfeste nach wie vor.
Nun pflegt der Herr seine Kinder auch wohl nochauf eine andere Weise schwarz zu brennen, indem ercs geschehen laßt zu ihrem Heil und zur Förderungihres Dcmuthstandes, und zur Mehrung ihrer Hülfs-bcdürftigkeit, daß der Aussatz ihrer Sündigkeit ausden inncrnTheilcn in die äußern trete, damit er ihnennicht verborgen bleibe, sondern offenbar werde. Vondiesem Sonnenbrand wäre wohl viel zu sagen, aberes möchten Etliche unter euch sepn, die's noch nichttragen könnten — und zum betrübten Mißverstandverleitet würden. Darum schweigen wir viel lieberdavon—und sehen überhaupt jetzt ab von SulamithS