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Vier Predigten aus dem Lied der Lieder
Entstehung
Seite
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fet ja wohl aber meinest du etwa nur so, wieman eine gleichgültige Kreatur erlöset, und dann seineStraße weiter ziehet? Nein> ich habe dich auchlicb, du gefällst mir: zeige mir deine Gestalt, deineGestalt ist mir lieblich, ich habe Freude daran ver-stumme nicht vor mir, sondern laß mich hören deineStimme; ich höre sie gerne, sie ist mir süße; cs liegtmir viel an dir, und es ist mir eine Herzensangele-genheit vielleicht in höherm Grade noch als dirselbst daß du bewahret werdest vor dem Argen,und das Werk, das in dir begonnen ist, zu deinemHeil und meiner Ehre und Freude sich vollende.

Und als die Taube dies süße Liebcswort vernom-men hatte, da mags erst recht zum Freuen und Froh-locken gekommen seyn. Hinweg war nun jedwederDruck, hinweg die letzte Last von ihrer Seele. Wiefühlte sie sich nun so frei in ihrem Herzen, in ihremMuthe, und ihr Vcrhältniß zu Jesu war ein ganzandres nun geworden, als zuvor; cs war fortanein seliger, vertraulicher Verkehr, ein Vcrhältniß desNehmens und Gebens, des frennüthigen Anklopfens,deS kindlichen Begehrens, und des fortwährenden Em-pfangens, und an die Stelle der Furcht und Blödig-keit war nun die fröhlichste Zuversicht getreten; dennsie wußte jetzt: »es ist nicht mir an Christo blos, csist auch Christo was an mir gelegen.« GlückseligesBewußtsepn dies, in welchem Alles untcrgeht, waSzwischen uns und unserer Lcbensqnelle noch trennendin der Mitte stand; in welchem alles gar vernich-tet wird, was die völlige Hingabe und Ucberlassungunserer an den Besten aller Herren noch aufhielr und