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Vier Predigten aus dem Lied der Lieder
Entstehung
Seite
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len, und wieder verlieren, was sic hat und somühet sie sich denn ab auf allerlei Weise mit Furchtund Zittern, gegen den brüllenden Löwen sich zu waff-ncn und zu sichern, der sie zu verschlingen droht;denn daß der, der sie gerettet, nun auch ferner fürsie sorgen werde, nein das kann sic noch nichtannehmen das, denkt sie im Gefühl ihrer Unwür-digkcit, das scy zn viel von Ihm verlangt; es sei) jaschon genug, mehr als genug, daß Er sic gnädig ansdem Feuer riß. Der kindliche Muth zu Jesu fehlt ihrnoch ganz; sie liegt gebeugt zu seinen Füßen siemögte danken und fühlt doch: »ach! was kann demKönig unter seinen Seraphinen an meinem armenDank wohl gelegen seyn!« Sie mögte beten, undwagt doch kaum den Mund zu öffnen vor Ehrfurchtund meint, es sei) ihr schon zu viel, zu viel geschehen,als daß sie noch ein Mehrercs verlangen dürfe. Soist ihr Stand, viel Furcht noch in der Freude, vielDrnck noch auf dem Herzen; und ihr Verhaltniß zuihrem Heilande, es ist noch nicht das kindliche, dasinnige, freimüthigc, in welchem so großes Heil, soreicher Segen ruht.

Und der Herr sah's wohl, wie seiner armenTaube eigentlich nm's Herz war und sah cs thcilsmit Freude, theils mit herzlichem Bedauern. Er tritthin zu ihr: Meine Taube, redet er sie zärtlich an,um sie zutraulich zu machen was denkst du? duwärest nur so eben entkommen und gerettet, und nundürftest du weiter nichts mehr an mir haben, undmeine Gnade sei) erschöpft? Ei siehe, du weißt nicht,wie mein Herze zu dir stehet. Ich habe dich erlö-