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hat von fern den Richtcrstuhl erblickt, nnd daraufden Herrn, wie ein fressend Feuer, nnd ihr Todes-urthcil in seinem Munde; da ist Angst über sie kom-men und Grauen, wie ein gewappneter Mann — daist sie umher gezittert von einem Ort zum andern, obsie nicht wo eine Frcistadt fände, und eine sichere Zu-flucht vor dem Zorn für ihre arme, der Holle verfal-lene Seele. Sie suchte, aber sie fand nicht, und dieWogen der Angst schlugen wilder und wilder über siezusammen: Da hat sich ihr der Mittler dargcstellt.Ich — hieß es — ich tilge deine Uebertrctungcn ummeinetwillen, und gedenke deiner Sünden nicht! Dieshören — Ihn sehen und Ihn umfassen — war nurEins; sie warf sich auf Ihn hin mit ihrer ganzenHoffnung; und in seinem Verdienst, in seinen Wun-den, fand sie die lange vergeblich gesuchte Freistadtund ihr Ruhelagcr. Da sitzt sic nun in ihren Fcls-lochern, froh — als ein Feucrbrand noch eben ausden Höllenflammen entrissen zu seyn. Aber ihre Freudeist nicht ungemischt — ihr Gnadcnstand noch nichtvollkommen; es liegt noch manches Trennende zwischenihr und dem Herrn. Es lastet noch so viel Druck,so manche Beschwcrniß auf ihrer Seele, daß es zumfreien Zauchzen über die Gnade noch nicht recht kom-men will. Bald fällt ihr der Gedanke an ihre großeUnwürdigkeit wie ein Berg aufs Herz, daß sie ihreAugen nicht aufheben mag; sie kanns gar nicht be-greifen, daß um ihretwillen der Mittler solcher Arbeitund Mühe sich sollte unterzogen haben. Die Wun-den, die ihr Heil sind, sind ihr Schmerz. Bald pei-nigt sie die Furcht, sie mögte wieder in Sünden fal-
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