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Vier Predigten aus dem Lied der Lieder
Entstehung
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Wind vom Himmel, blaset daher, und unter seinemallmächtigen Wehen schmelzen allmählig, wie Schnee-decken, die Hüllen hinweg von der Wüste unseresHerzens und Lebens. Es zerreißen die Schleier derSelbstverblcndung, und eh wir's uns versehen, kommtuns, die wir bisher so satt waren, und nichts be-gehrten, unsere große Friedens- und Freuden-Armuthvor die Augen. Wir fühlen Lücken, die verzäumt,und geistliche Bedürfnisse, die gestillt seyn wollen.Wir finden, daß cs mit uns nicht stehe, wie cs stehensollte und es sagt uns ein lebendiges Gefühl, daßes anders mit uns werden müsse. Worte und Werke,Gesinnungen und Bestrebungen, die uns bis dahingut und recht gedünkt, fangen an uns zu beunruhigen,und wir fühlen ein innerliches Nagen, wie eines Wur-mes, der nicht sterben, wie eines verborgenen Feuers,das nicht verlöschen will. Da laufen wir dennum, zu suchen, was uns heilen, und was den wun-derbaren Durst der Seele stillen mögte. Aber dieseWelt ist nicht Gilead, und ihre Hülfen, Rathschlägeund Linderungsmittel sind eitel ausgehauene, löcherichteBrunnen, die kein Wasser geben. Je mehr wirdas erfahren, je mehr wächst unser Hunger und Kum-mer, daß es endlich gar aus ist mit aller Freudeund alle Thränenquellen sich erschließen, und das Lachenin bitterliches Weinen sich verkehret. Das ist derThaumond da unter dem Brausen des Pfingstwin-des die starren Eisesbanden des natürlichen Stolzesund der Unbußfcrtigkeit zu brechen beginnen, und derMensch die verdeckenden Hüllen von seinem Jammerschwinden siehet. Wohin nun? Nun, es ist ein Zug