Wind vom Himmel, blaset daher, und unter seinemallmächtigen Wehen schmelzen allmählig, wie Schnee-decken, die Hüllen hinweg von der Wüste unseresHerzens und Lebens. — Es zerreißen die Schleier derSelbstverblcndung, und eh wir's uns versehen, kommtuns, die wir bisher so satt waren, und nichts be-gehrten, unsere große Friedens- und Freuden-Armuthvor die Augen. — Wir fühlen Lücken, die verzäumt,und geistliche Bedürfnisse, die gestillt seyn wollen. —Wir finden, daß cs mit uns nicht stehe, wie cs stehensollte — und es sagt uns ein lebendiges Gefühl, daßes anders mit uns werden müsse. — Worte und Werke,Gesinnungen und Bestrebungen, die uns bis dahingut und recht gedünkt, fangen an uns zu beunruhigen,und wir fühlen ein innerliches Nagen, wie eines Wur-mes, der nicht sterben, wie eines verborgenen Feuers,das nicht verlöschen will. — Da laufen wir dennum, zu suchen, was uns heilen, und was den wun-derbaren Durst der Seele stillen mögte. Aber dieseWelt ist nicht Gilead, und ihre Hülfen, Rathschlägeund Linderungsmittel sind eitel ausgehauene, löcherichteBrunnen, die kein Wasser geben. — Je mehr wirdas erfahren, je mehr wächst unser Hunger und Kum-mer, daß es endlich gar aus ist mit aller Freude —und alle Thränenquellen sich erschließen, und das Lachenin bitterliches Weinen sich verkehret. — Das ist derThaumond — da unter dem Brausen des Pfingstwin-des die starren Eisesbanden des natürlichen Stolzesund der Unbußfcrtigkeit zu brechen beginnen, und derMensch die verdeckenden Hüllen von seinem Jammerschwinden siehet. — Wohin nun? Nun, es ist ein Zug
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