Freundlichkeit schmecken, voll seyn von warmem, inni-gem Gefühl der Liebe und Zärtlichkeit gegen ihn, undlauter Lust und Freude empfinden bei der Betrachtungseiner Person, seiner Thaten, seines Wortes. DenHerrn auf seinem Lager haben, was heißt das anders,als seiner Zuneigung und Liebe sich versichert fühlen,seiner Verheißungen und Zusagen im Herzen froh undgewiß seyn, erfüllt seyn mit andächtigen Rührungenund Bewegungen des Gcmüthcs, und mit lebendigem,innerem Drang und Trieb, ihn zu loben und zu prei-sen , über ihn zn jubeln und zu frohlocken.
Blicket zurück auf die Acußcrnngcn unserer Brautin den vorhergehenden Versen ihres Liedes. Da siejubelte: »der Geruch deiner Salben ist lieblich; deinName ist eine ansgeschüttcte Salbe.« Da sic ausrief:»Mein Freund ist mir eine Eophertraube in den Wein-garten Enggcdi. Siche mein Freund, dtt bist schönund lieblich. Wie ein Apfelbaum unter den wildenBäumen, so ist mein Freund unter den Söhnen. Ichsitze unter seinem Schatten, dcß ich begehre, und seineFrucht ist meinem Gaumen süße. Er führet mich inden Weinkeller, und die Liebe ist sein Panier über mir.Er erquicket mich mit Blumen, und labet mich mitAepfeln, denn ich bin krank vor Liebe. Mein Freundist mein, und ich bin sein, der unter den Rosen wei-det. « — Da sie also sang und jauchzte, da also dasSaitenspicl ihres Herzens klang und tönte, da hattesie, den ihre Seele liebt, auf ihrem Lager. —
Dieser süße und liebliche Zustand, da matt denHerrn auf seinem Lager hat, tritt gewöhnlich in derersten Zeit der Bekehrung ein. Der Pfingsthauch, der
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