Druckschrift 
2 (1851)
Entstehung
Seite
329
Einzelbild herunterladen
 

des ganzen Tilgcgcschäftes. Es sci z. B. die Schuld 100 Miss, diejährliche Verwendung auf l V, Mill. oder soviel Procente angewachsen.Wird nun eine Anleihe von 20 Mill. nöthig und für dieselbe nurder etwa im Anfänge der Tilgung angewendete Betrag von l Proc.hinzugefügt, so wäre die ganze Jahrestilgung > '9S0 000 und betrügenur noch 1,°^ Proc. der gcsamnitcn Schuld, statt 1,". Man müßtedaher, wenn man diesen Rückschritt verhindern wollte, für die hin-zugekommcnen 20 Millionen ebenfalls 1^/, Proc. oder 350 000 fl.,d. h. im Ganzen 2-l 00 000 sl. bestimmen.

(<--) Es ist sowohl für die Wissenschaft lehrreich, als für die Staatsverwal-tung sehr wichtig, die Größe der Staatsschuld und des Tilgungsbe-trags in gegebenen Staaten zu kennen. Wo der Staatshaushalt nichtauf amtlichem Wege veröffentlicht wird, ist es schwer, ganz zuver-lässige Angaben zu erlangen und es werden leicht Jrrthümer began-gen, wenn die Darstellung nicht nach ganz gleichen Regeln geschieht.Aber auch die richtigste Ermittelung der Schuld, wenn man sie mitder Volksmenge jedes Staates zusammenhält, giebt keine genaueVorstellung von der Größe der Schuldenlast, I) wegen der Verschie-denheit in den Preisen der Dinge gegen Geld, z. B. im Vergleichevon Großbritanien und Oesterreich, 2) wegen des ungleichen Zins-fußes und des Curses der Schuldbriefe unter dem Nennbeträge, in-dem z. B. SO Mill. 3proc. Schuldbriefe, die zu 80 stehen, eigentlichnur als 40 Mill. anzurechncn sind. Bei einerlei Nennbetrag wirddie wirkliche Beschwerde mit dem Curse bald größer, bald kleiner.Der Nennbetrag ist deßhalb nicht maaßgebend und es wäre nützlich,die Berechnung für alle Staaten aus der Zinsausgabe zu machen,indem man diese durchgängig etwa 25 oder 28fach nähme; 3) we-gen der unverzinsliche» Schulden, des Papiergeldes, 4) weil eineproductiv angelegte Schuld anders zu beurrheilen ist, als eine un-productiv verzehrte. Daher sind in den folg. Angaben die Eisen-bahnschulden soviel als möglich ausgeschieden worden.

Nordamerika, l. Octob. 1849. Unionsschuld 6 1-704000 D.Sch. der einzelnen Staaten: 209'305 000 D., zusammen 690 Mill. sl.

Anhalt-Köthen, nach amtlicher Angabe 1846 4-328 249 rl.(wovon 104 743 rl. unverzinslich). Hiezu neuerlich V- Mill. rl. Pa-piergeld, also zusammen 4-828 000 rl. (Das Land ist seit 1847 anDessau und Bcrnburg gefallen, wird aber besonders verwaltet.)

Baden. Stand zu Ende 1819.

I. Allgemeine Staatsschuld.

1) Reste an Lotterieloosen und Zinsen ..... 147 976 fl.

L) Rcntcnscheine zu 3/, Proc.. .2-740 700

3) Lotterieanlehcn von 18 10 . ...... . 5-1 14 977

4) Lehenschulden, worunter Mill. unaufkündbare

Schuld an den ehemaligen Reichspostmeister . . 943 890

5) Cautionen . . ........... 477 899

6) Guthaben der Militär - Einstandsgeldcrcafse, dieman der Schuldentilgungs-Casse zur Verwaltungübertragen hat, die jedoch ein wenigstens gleichesVermögen mitgebracht hat, so daß dieß eigentlich

nur ein durchlaufender Posten ist ..... 555 066

7) Gesetzlich hinterlegte Gelder ....... 105 076

8) Zuschüsse zur Zehntablösung (ausgemittelt, aber

noch nicht ausbezahlt).. .5-146184

9) Zur Verzinsung übernommene Zehntablösungs-