Druckschrift 
2 (1851)
Entstehung
Seite
262
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und ruft neben den Anstrengungen der Staatsbürger auch denBeistand auswärtiger Kapitalisten zur Hülfe («). Es muß da-her das eifrige Bestreben jeder Negierung dahin gerichtet sein,sich den ausgedehntesten Credit zu erhalten. Der StaatScredit be-ruht auf denselben Grundursachen, wie der Credit der einzelnenBürger (I, Z. 278) , nämlich auf der Meinung von den Hülfs-mitteln und der rechtlichen Absicht der Regierung. Zur Hervor-bringung dieses Vertrauens wirken vielerlei Thatumstände zu-sammen, die theils in der Gewalt einer Negierung liegen, theilsaußer derselben, von denen jedoch kein einzelner für sich alleinentscheidend ist, indem vielmehr alle Zusammentreffen müssen.

(a) Nebenius, I, 249.

Z. 483.

Die Hauptbedingungen des Staatcredits lassen sich so über-blicken («):

1) Fähigkeit, die aus dem Schuldenwesen nothwendig wer-denden Ausgaben zu bestreiten (L). Dazu tragen bei:

u) der Grad des Volkswohlstandes, die Festigkeit desselbenund die Aussicht auf die fernere Zunahme desselben. AlsKennzeichen der Steuerfähigkeit des Volks dienen die Aus-dehnung der Production, der schon benutzten und noch aufBenutzung wartenden Güterquellen (z. B. baufähiges ödesLand), die Beschaffenheit der herrschenden Gewerbs-zweige, die Volksmenge, die Lage der verschiedenenClassen, der Grad von wirthschaftlicher Einsicht, Er-werbseifer rc.;

b) der gute Zustand des Finanzwesens und insbesondere dieLeichtigkeit, die Auflagen zu erhöhen. Daher hat man zuberücksichtigen: die Ordnung und Sparsamkeit im Staats-haushalte, die Höhe der Steuern, die gute Anlegungderselben und die Wirkung, die sie auf die Production undVertheilung äußern, die Größe der schon vorhandenenSchuld in Vergleich mit den zu ihrer Verzinsung undAbtragung verwendbaren Staatseinkünften;

v) die Festigkeit der ganzen Staatseinrichtung, also gute