2l4
seine eigene Zollelnrichtung hatte und die Gränze gegen die anderenThcile des Kaiscrstaatcs mit einer doppelten Reihe von Zollstellenbesetzt war, die auf ungarischer Seite Dreißigstämter hießen, wieder ungarische Zoll die Dreißigstgebühr. — Auch Mecklenburghat noch Binnenzölle, von denen die Ritterschaft für ihre landwirth-schaftlichen Erzeugnisse befreit ist, Erbvergleich v. 1755 Z. 280 ff.Indessen sind die Abgaben sehr mäßig. Die 25 Landzollämter in M.Schwerin tragen nur 32 650 rl. (A. I8b"/z,), also weniger als dasWeggeld, am erheblichsten ist der Transitzoll auf der Eisenbahn undan den 2 Elbzollstcllcn, zusammen 2t6 220 rl.
Z. 444.
Die Eigenthümlichkeiten der Zölle von formeller Seite ent-springen daraus, daß die Erhebung an den Landcsgränzen ge-schieht. Vergleicht man sie in dieser Hinsicht mit den Aufschlägen,so ergiebt sich Folgendes: 1) Der innere Verkehr eines Landeswird von den Zollen sehr wenig belästigt. Zwar hat man zurSicherung der Zollgefälle einige Beaufsichtigung der Waaren-sendungen im Innern nöthig gefunden, indeß sind die üblichenBeschränkungen nicht erheblich, beziehen sich größtentheils nurauf wenige hochverzollte Artikel und lassen die meisten Gewerbeganz ungestört. 2) Der Verkehr mit dem Auslände durch Rei-sen und Waarentransporte wird gewissen Aufsichtsmaaßregelnund Förmlichkeiten unterworfen, — ein Nebel, unter welchemsowohl die Kaufleute, Fabrikherren, Schiffer, Fuhrleute ec., alsdie Gränzbewohner zu leiden haben. Für diese ist der Nachthcilda am größten, wo die Staatsgränze nicht durch die Naturbe-schaffenheit eines Landes angedeutet ist, sondern durch stark be-völkerte, in vielfachem Verkehre stehende Landschaften hinzieht.Die erstgenannten Personen lernen zwar bald sich mit den Vor-schriften des Zollwesens vertraut zu machen und sich nach ihnenzu bequemen (Z. 413), auch kann man dem kleinen Gränzver-kehre viele Erleichterungen geben, ohne den Zwecken des Zoll-wesens zuwider zu handeln. Gleichwohl bleibt in beiden Rück-sichten immer eine Beschwerlichkeit übrig. 3) Ein erheblicherVorthcil ist es, daß man mit fast gleicher Mühe den Zoll vonvielerlei, statt von wenigen Waarengattungen einziehen kann,und diese Leichtigkeit hat vielfältig sogar dazu verleitet, daß manmehrere und höhere Zölle anlegte, als es zu rechtfertigen ist.