nach dem Ende der Krcuzzüge.
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Herzog Renatus II. von Lochringen, Sohn einer Tochter Renatus' I.,war auf Betreiben Ludwigs XI. in Luxemburg eingefallen, ohne vondiesem unterstützt zu werden. Leicht trieb ihn Karl zurück und nahmdessen Herzogthum in Besitz, worauf er sich in der Hauptstadt Nancyhuldigen ließ. Anders lief der Kampf mit dem zweiten Feinde, denSchweizern, ab. Diese waren als Bundesgenossen Sigismunds im Feldeerschienen. Sigismund hatte, um den Schweizern die im letzten Kriegebedungene Geldsumme zahlen zu können, seine Besitzungen im Elsaß undim Breisgau an den burgundischeu Herzog verpfänden müssen, und einburgundischer Statthalter, Peter von Hagcubach, brachte die Bevölkerungdieser Gegenden durch die frevelhafteste und übermüthigste Tyranneizur Verzweiflung. Da versprachen die Schweizer dem Erzherzog Sigis-mund und seinen Unterthancn Hülfe und rückten, während Hagenbachvon den empörten Bürgern Breisachs gefangen wurde, in die Freigraf-schaft ein. Bei Granson traf der Herzog im Jahre 1476 auf die durchZuzug aus den gcmißhandelten Landen verstärkten Schweizer. Er erlitteine Niederlage, welche die Schweizer auf die höchste Stufe ihres Kriegs-ruhmeö erhob und ihnen unermeßliche Beute aus den Schätzen desüberall mit königlicher Pracht prunkenden Herzogs in die Hände lieferte.Noch im nämlichen Jahre erfuhr er in Folge wiederholten Angriffs eineneue Niederlage bei Murten. Hierdurch wurde es dem Herzoge Renatusmöglich, sein Land wiederzuerobern, und da Karl Nancy belagerte,rückte er ihm mit einem Heere entgegen, welches durch schweizerischeSöldner verstärkt war. Hier fand Karl die dritte Niederlage und denTod. Für die Schweizer begannen nun nach den Tagen des größtenRuhms auch Tage der inneren Zcrwürfniß. Die burgundische Beutewirkte nachtheilig auf sie. Bei Gelegenheit von Unterhandlungen überden Eintritt des üchtländischen Freiburg und Solothurns in ihre Eidge-nossenschaft erhob sich im Jahre 1481, da die drei ältesten Orte derAufnahme dieser Städte entgegen waren, heftiger Streit, den der Ein-siedler Klaus von der Flüe mit dem auf seinen heiligen Wandel gegrün-deten Ansehn schlichtete. Nach jenen beiden Städten traten ferner imJahre 1501 Basel und Schaffhausen und im Jahre 1513 Appenzell inden Bund, der hierdurch auf dreizehn Glieder gebracht wurde und sichschon im Jahre 1498 mit Wallis und Graubünden in nähere Verbin-dung setzte.
54. Für das Herzogthum Burgund, dessen Fürstin Karls Tochternun war, ergab sich große Gefahr aus den Bestrebungen Ludwigs XI.und den Versuchen, welche die großen durch Handel und Gewerbfleißmächtigen und zu demokratischem Sinne erzogenen Städte der Nieder-lande zur Begründung größerer Unabhängigkeit machten. Maria konntesich nur durch Wahl eines Gemahls aus bedrängter Lage befreien, und
Kiesel, Weltgeschichte. II. Z2