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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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nach dem Ende der Kreuzzügc.

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Stande hätte ausgeschlossen sein sollen, wählte sich das Haus der Medicizur Stütze. So reichte der verweltlichte römische Hof die Hand denVertretern des verfeinerten Genusses, der sich aus dem Bestreben Cosimo'sentwickelt hatte. Wohl war das Haus der Medici dein Bemühen fürPflege der Wissenschaft, das nun schon allgemeiner geworden war, er-geben. Der Durst nach dem aus den Büchern zu schöpfenden Wissenkonnte durch die in Straßburg zwischen den Jahren 1434 und 1439gemachte und seit der Mitte des Jahrhunderts hervorgetretene Buch-druckerkunst reichere Befriedigung finden. Aber die Art der in Florenzund den übrigen Hauptorten Italiens gepflegten Bildung war es nicht,tiefere Erkenntnis; der Grundlagen des Lebens zu verbreiten. Vielesward entdeckt und gedacht, was als Stoff zu dem Ausbau einer wahrenund tiefen Bildung gebraucht werden konnte, wenn ein christlicher Geistdie Verwendung leitete. Die nächste Wirkung aber war ein trügerischerSchimmer, mit dem eine äußerliche, weltliche, ja heidnische Gesinnungsich umkleidete. Je verwandter die Päpste solchem Geiste wurden, umso glücklicher war es, daß sie eigentlich kirchlicher Thätigkeit, zu der siekeinen Beruf hatten, fern blieben. Die tiefste Erniedrigung aber erwarteteden päpstlichen Stuhl noch, da auf Jnnocenz in Alerander VI. ein ge-wandter Meister arglistiger Staatsknnst und ein Mann von verbreche-rischem Lebenswandel folgte.

52. Um dieselbe Zeit zeigte sich für das deutsche Reich, soweitdemselben durch die Persönlichkeit des Oberhauptes Hülfe werden konnte,eine neue Hoffnung, da Friedrichs Sohn Marimilian durch eine schonvielfach bewährte Thätigkeit die Bürgschaft gab, daß er einen Theil derUebelstände beseitigen werde. Durch die Verhandlungen der Reichstagezog sich neben der Türkenfrage der Plan einer Kreiseintheilung für denLandfrieden hin. Doch scheiterte derselbe immer an der Schwierigkeit,eine Behörde zur Vollstreckung der Urtheile an den Reichsunmittelbarenzu bilden. Das Einzige, was die Angelegenheit wenigstens in einemTheile Deutschlands förderte, war der auf Betreiben des Kaisers imJahre 1488 zu Stande gebrachte schwäbische Bund. Bemüht, die zer-streuten vorderöstreichischen Lande sicher zu stellen, ließ Friedrich mit denschwäbischen Ständen Verhandlungen anknüpfen. In deren Folge trateneine Anzahl schwäbischer Städte mit einer nach dem heiligen Georggenannten Nittergesellschaft zu Eßlingen in ein Landfriedensbündniß,welchem sich der Graf von Würtemberg und Sigismund anschlossen.Der Gedanke, dem Reiche durch Absetzung Friedrichs und Erwählungeines neuen Königs zu helfen, war schon zur Zeit der pfälzischen Fehdeaufgetaucht, es war aber zu einem Vorschreiten in diesem Sinne nichtgekommen. Der Gedanke änderte sich nun im Laufe der Zeit dahin ab,daß man dem Kaiser einen römischen König zur Seite zu setzen gedachte.