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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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nach dem Ende der Kreuzziige. 483

45. Während man sich in Constantinopel spät und unter dem Ein-flüsse äußerer Bedrängniß zu dem Versuche, im Anschluß an das Ganzeder Christenheit Kraft zu gewinnen, bequemt hatte, wälzte sich der Stromverderbenbringender Ereignisse unaufhaltsam von Osten heran. Dienächste Macht, den Stoß aufzuhalten, war das Königreich Ungarn, dadie Aussicht ans eine Vereinigung Ungarns, Böhmens und der östreichi-schen Lande König Albrechts früher Tod für jetzt vereitelt hatte. Schonvor der Geburt von Albrechts Sohne Ladislaus hatten die Ungarn demPolcnkönige Wladislaw, Jagello's Sohne, die Herrschaft angetragen.Da aber die Wittwe Albrechts dem nachgebornen Sohne sein Rechterhalten wollte, entbrannte ein Krieg, den Papst Eugen zu enden suchte,damit Kraft zum Kampfe gegen die Türken gewonnen würde. EinFriedensentwurf, nach welchem der Pole bloß für Ladislaus bis zudessen Großjährigkeit regieren, aber das ungarische Land im Norden derKarpathen sowie die Walachei für Polen erhalten sollte, ward voneinem Reichstage der Ungarn zurückgewiescn. Da schloß, weil Ladis-laus' Mutter eben gestorben war, sein Vormund, König Friedrich, imJahre 1443 Waffenstillstand mit dem Gegner. Nun ward der Krieggegen die Osmanen, den bisher schon der siebenbürgische Woiwode Jo-hann Hunpadi glücklich geführt, durch Wladislaws Theilnahme lebhafter.Das Glück der ungarischen Waffen, die schon bis an die Pässe desHämus oder Balkan vorgedrungen waren, machte Sultan Murad zneinem Frieden geneigt, und man beschwor im Jahre 1444 von beidenSeiten zehnjährige Waffenruhe. Gleich darauf schien durch eine Empö-rung in Kleinasien, wie Kaiser Johannes und Cardinal Condolmieri,der Befehlshaber einer im Hellespont liegenden christlichen Flotte genue-sischer, venetianischer, französischer und burgundischer Schiffe, meldeten, dieZeit zu neuem Angriff auf die Osmanen so günstig, daß ein päpstlicherLegat zum Bruch des Waffenstillstandes ermahnte. Mit einem Heerevon Ungarn, Polen und Walachen drangen Wladislaw und Hunpadilängs der Küste des Meeres in das Land der Osmanen ein. Muradkehrte eilig aus Kleinasien mit überlegener Macht zurück, indem genue-sische Schiffe ihn um hohen Preis mit seinem Heere über den Bosporussetzten. Bei Varna kam es zur Schlacht, und dem Siege schon nahe,ward das christliche Heer fast vernichtet. Der König fiel im Kampfe.Da veranstalteten die Ungarn eine neue Königswahl. Einige wollteneinen einheimischen König, für Ladislaus aber entschied der Glanz seinesHauses, die Erinnerung an acht deutsche Könige, die er theils von väter-licher, theilö von mütterlicher, theils von großmütterlicher Seite unterseinen Vorfahren zählte. Da jedoch Friedrich sich weigerte, den ungari-schen Gesandten ihren König zu ungarischer Erziehung zu übergeben,ward Hunpadi zum Gubernator oder Reichsverwcser gewählt. Bei

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