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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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nach dem Ende der Krcuzziigc.

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einzelnen Staaten nicht so sehr durch ihr Verhalten gegen einander, alsdurch das, was innerhalb eines jeden geschieht, an der ferneren Gestal-tung der menschlichen Zustände arbeiten. Unter solchen Ilmständen findeteine neue von Osten hereinbrechende Gefahr die Christenheit nicht zumWiderstande bereit, und der Gedanke an die Pflicht einer gemeinsamenAbwehr bringt im Abendlande so wenig Bewegung hervor, daß derKampf den unmittelbar betroffenen Staaten überlassen bleibt und nurEinzelne der Geist, der einst Tausende in den Kampf gegen die Un-gläubigen geführt, zur Theilnahme spornt. Selbst diejenige Macht, welchefrüher das Feuer der Begeisterung zum Kampfe für den Glauben ge-schürt, war jetzt durch die Spaltung gebrochen.

23. In Italien hatte das Schisma zunächst auf die Verhältnissedes Königreichs Neapel Einfluß. Urban erklärte die Königin Johanna,die sich, um ihn der Gegenpartei zu überliefern, seiner Person hattebemächtigen wollen, für abgesetzt und rief zur Vollziehung des Sprucheseinen Enkel von König Roberts jüngstem Bruder, Herzog Johann vonDurazzo, Karl den Kleinen, herbei, der in Ungarn am Hofe des KönigsLudwig dessen Haß gegen Johanna in sich ausgenommen hatte. DerPapst verwendete in seinem Eifer sogar Besitzthum der Kirchen in seinemStaate zur Unterstützung des Zuges. Gegen ihn rief Johanna Ludwig,den jüngeren Sohn des französischen Königs Johann und Bruder desim Jahre 1380 gestorbenen Karl V., zu Hülfe, indem sie ihn zn ihremNachfolger ernannte. Ludwig, der sich schon als ein Beförderer desSchisma's erwiesen hatte, erhielt nun von dem Gegenpapste die Be-lehnung mit dem Kirchenstaate, behauptete sich jedoch nicht gegen den imJahre 1381 erschienenen Karl III., der Neapel in Besitz nahm und imJahre 1382 Johanna tödten ließ. Der Sieg Karls brachte indeß demPapste wenig Gewinn. Denn als er von Nom, wo ihn Verrath undTreulosigkeit umgaben, nach Neapel gegangen war, entzweite er sichdurch willkührliche Forderungen mit dem dortigen Könige und dadurchauch mit seinen Cardinälen, die durch seinen Starrsinn die Verwirrungwachsen sahen. In Folge davon verließ er Neapel und ging nach Genua,wo er fünf Cardinäle, wegen eines Planes, den sie gegen seine Freiheitgemacht, hinrichten ließ. Karl III. aber verlor sein Reich, weil er beidem Versuche, auch das seit dem Jahre 1382 von Ludwigs des GroßenTochter Maria, der Verlobten von Kaiser Karls IV. zweitem SohneSigismund, beherrschte ungarische Reich zu gewinnen, im Jahre 1386unterging, nachdem schon im Jahre 1384 sein Gegner Ludwig von An-jou gestorben war. Seine in Neapel zurückgebliebene Gemahlin suchtedas Reich für ihren Sohn Ladislaus zu behaupten, während die WittweLudwigs im Besitze der Provence ein Heer nach Neapel absandte, dieHauptstadt in ihre Gewalt bekam und Karls Wittwe zur Flucht nach