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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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420 Das römisch-deutsche Reich in den beiden nächsten Jahrhunderten

Land machte. Doch es kam eine Aussöhnung zu Stande, indem dieöstreichischen Fürsten mit ihren sämmtlichen Landen von Neuem belehntwurden und Unterstützung des Königs bei der Eroberung Böhmens unddem Römerzuge versprachen. Darauf ließ Heinrich die Leiche Albrechts,dessen Mörder er geächtet hatte, mit der seines Gegners Adolph feierlichim Dome zu Speier bestatten, wo schon sechs der früheren deutschenHerrscher, die vier Salier, Philipp und Rudolph, lagen. Der Friedemit Frankreich wurde dadurch erhalten, daß Heinrich den zweiten SohnPhilipps IV. als Besitzer der Frcigrafschaft anerkannte. Beseelt vondem Nittergeiste der alten Zeit begann nun im Jahre 1310 der Königden Versuch zur Herstellung des Kaiserthums, das bereits sechszig Jahregeruht hatte. Der Weg ging, da der Herzog von Kärnthen, dessen Be-kämpfung dem neuen Könige von Böhmen überlassen war, das Etsch-thal sperren konnte, über Lausanne und den Berg Cenis. Das Land, indas Heinrich jetzt kam, war in der kaiserlosen Zeit sich selbst überlassengewesen. Sowohl in der Lombardei, als in Tuscien, war in den Städtenden alten Geschlechtern, aus denen sich die Gemeinden gebildet hatten,eine jüngere Bürgerschaft, aus der angewachsenen Zahl der Gewerbe-treibenden bestehend, gegenüber getreten. Vielfache Kämpfe waren nöthig,bis eine Ausgleichung der Rechte zwischen beiden Theilen erfolgte. Zu-gleich aber verwirrten sich die Verhältnisse der Städte in Folge des zwi-schen hervorragenden Geschlechtern fortlebenden Parteihasses, und dadurch,daß die hieraus entspringenden Kämpfe sich mit jenen andern verflochten,erhielten die inneren Streitigkeiten oft den Anschein eines Kampfes fürund gegen die Freiheit, während in der That sich nur die einzelnenFamilien die Herrschaft streitig machten. So ward die republikanischeFreiheit der Städte an Einzelne aus ihrer Mitte verloren, und es be-gannen sich Fürstenthümer zu bilden, indem auch einzelne Städte überganze Landschaften eine Oberherrschaft erlangten. Schon trat der über-wiegende Einfluß von Mailand auf die lombardischen, von Florenz aufdie tuscischeu Städte hervor. Der König, der sich keiner Partei an-schloß, sondern seine Stellung über beiden zu nehmen suchte, fand inMailand keinen Widerstand. Hier hatte die welfische Familie dellaTorre, die im Jahre 1277 unter Napoleon della Torre von der gibelli-nischen der Visconti geschlagen und zur Auswanderung gezwungen wor-den war, über die Visconti den Sieg davon getragen, allein bei An-näherung Heinrichs, in dessen Gefolge sich Maffeo Visconti befand,wagte sie keinen Widerstand. Heinrich wurde mit der eisernen Kronegekrönt, und Visconti erhielt, nachdem ein Aufstand gedämpft und inFolge dessen die della Torre verbannt, auch vieler lombardischen StädteAufstand gedämpft worden, für Mailand das Neichsvicariat, wie es ihmschon von Adolph verliehen gewesen. Heinrich ging im Jahre 1312