nach dcm Ende der Krcuzziigc.
413
reichende Berechtigung für seine Königöwürde herleiten zu können glaubte,keine Folgen. Nur schloß Albrecht, den schon seine Stellung zu Adolph,dem Verbündeten Eduards, auf die Seite Philipps geführt hatte, sichsetzt um so enger an diesen an und hielt im Jahre 1299 eine Zusam-menkunft mit ihm, auf der er den Verlust der Freigrafschaft nicht ein-mal zur Sprache brachte.
7. Mit Frankreich aber gerieth Bonifacins in einen neuen Kampf,in welchem er auf dem Standpunkte des Rechts gegenüber dem Unrechtestand, auch gemäßigter als bei vielen anderen Gelegenheiten verfuhr,aber die Strafe für das zu leiden schien, was er anderweitig verfehlthatte. In seiner nächsten Umgebung hatte er über die gibellinischc Fa-milie der Colonna gesiegt und seinen Sieg durch Zerstörung der ihnengehörigen Stadt Präneste oder Palestrina befestigt. Darauf benutzte erden Schluß des dreizehnten Jahrhunderts, um durch die Feier einesgroßen kirchlichen Jubiläums die über Jcalicn verbreiteten Parteikämpfezum Stillstände zu bringen, indem er einen großen Ablaß für diejenigenverkündete, die, ihre Sünden bereuend, zu den Gräbern der Apostel-fürsten wallfahrteten. Um sodann Tuscien, das ein Heerd der Par-teiung war, zu beruhigen, berief er Karl von Valois als Friedensstifterin das Land. Dieser aber, weder durch Charakter noch durch Fähigkeitdem Berufe gewachsen, vermehrte die Verwirrung in Florenz, wo ereigene Macht zu gründen trachtete, in'ö Ungeheure. Statt über denParteien der Welfen und Gibellinen, dort die Schwarzen und dieWeißen genannt, seine Stellung zu nehmen, vertrieb er mit Gewalt dieGibellinen. Unter den Vertriebenen befand sich Italiens größter Dichter,Dante Alighieri, dessen Lebenszeit in die Jahre von 1205—1321 fällt.Seine Werke, die durch ihre Vollendung den Anfang höherer Ausbildungder Landessprache bezeichnen, bilden ein Denkmal der Stimmung, wiesie in einem kirchlich gesinnten Gemüthe sich entwickelte, das unter denheftigsten Parteikämpfen dem Oberhaupte der Kirche, als einem Ange-hörigen der Gegenpartei, einen großen Theil des empfundenen Uebelszur Last legte. Das Vernehmen mit Philipp war schon dadurch gestörtworden, daß dieser nicht auf des Papstes Vorschläge gehört hatte, diegegen England, sowie gegen das in der Reihe der Feinde stehende Flan-dern gemachten Eroberungen herauszugeben, vielmehr Flandern setzt alsBesitz der Krone eingezogen wurde. Der Kirche gegenüber erlaubte sichaber Philipp, nachdem er schon kirchliche Zehnten für einen Kreuzzug er-hoben und zum flandrischen Kriege verwandt hatte, vielfältige Gewalt-thaten. Im Jahre 1301 hielt der Papst in einer Bulle, die mit denWorten ^usvultn LIi anfängt, dem Könige unter Anderem außerordent-liche Besteuerung der Geistlichen, willkührliche Besetzung kirchlicherStellen, Beschränkung der bischöflichen Gerichtsbarkeit vor. Von Seiten