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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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Frankreich, England nnd Spanien im Zeitalter der Kreuzziige. 393

bonne bis zur Rhone hin das mittelländische Meer begrenzenden Land-schaften an die französische Krone eine große Störung des den arago-nischen Königen zustehenden lehensherrlichen Verhältnisses zu diesenLändern mit sich gebracht hatte. Auch ohne eigentlichen Bruch mußtendie Länder im Besitze der französischen Krone aus jenem Verbändeheraustreten. Zu einer noch größeren Besorgniß gab für Aragoniender Gedanke Veranlassung, daß das erstarkte und seine Macht bis andas Meer nnd die Pyrenäen erstreckende Nachbarreich sich seiner altenHerrschaft über Catalonicn erinnern und dieselbe mit seinen jetzigenMitteln in Anspruch nehmen möchte. Auf Grund dieser Erwägungschloß König Jakob mit Ludwig im Jahre 1258 einen Vertrag, durchwelchen sie beiderseits dem, was sie in der That nicht mehr besaßen,entsagten. Im folgenden Jahre stellte sich auch das Verhältniß zu Eng-land vertragsmäßig fest. Der letzte Waffenstillstand mit England warabgelaufen, und die Wahl Richards zum deutschen Könige ließ vonDeutschland her eine Unterstützung englischer Ansprüche befürchten. Zu-gleich wünschte Ludwig, Zweifel, die er in Betreff der Nechtmäßigkeitdes gegen König Johann angewandten Verfahrens hegte, durch eineAufopferung zu tilgen, die zugleich den Besitz des Verbleibenden sichernsollte. Gegen förmlichen Verzicht auf Normandie, Anjou, Touraine,Maine nnd Poitou erhielt Heinrich zur Ergänzung seines aquitanischenHerzogthnms, für das er Lchenshuldignng zu leisten hatte, die Land-schaften Agenois, Limousin und Perigord nebst den bisher bei Frankreichgewesenen Theilen von Qucrcy und Saintonge zurück. Dieselbe Scheuvor Ungerechtigkeit, welche er in dem gegen die Meinung seiner Näthemit England geschlossenen Vertrage zeigte, hielt den König auch ab, sichan der Unternehmung seines Bruders Karl auf das Königreich beiderSicilien zu betheiligen. Durch solche Haltung gewann er über dieGrenzen seines Reiches hinaus ein unbedingtes Vertrauen. Dies zeigtesich während der inneren Unruhen, in die England stürzte, als Frankreichsich gesetzlicher Ordnung zu erfreuen anfing. Heinrichs Willkühr hatteeinen Aufstand der Großen verursacht. Geleitet von dem Grafen Leicester,einem jüngern Sohne Montforts des Albigenserbesiegers, der durch seineMutter Graf von Leicester geworden war, stürzten dieselben durch dieBeschlüsse einer Ncichöversammlung oder eines Parlaments zu Oxford,später tolles Parlament genannt, im Jahre 1258 die königliche Gewaltum und legten die Regierung in die Hände eines aus ihrer Mitte ge-bildeten Ausschusses. Doch Entzweiung unter den Großen und einKampf unter ihnen war die Folge. Da begehrte man in der allge-meinen Noth schiedsrichterlichen Spruch des Königs Ludwig. Dieserlautete auf Herstellung der königlichen Gewalt und Aufhebung der Or-sorder Beschlüsse, die man ungerechter Weise den König im Voraus