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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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Das römisch-deutsche Ncich im Zeitalter der Kreuzziige. Z57

eroberten Städten Padua und Trcviso als ein Ungeheuer gcwüthet hatte,und dessen Grausamkeit er selbst in der steigenden Erbitterung desStreites immer mehr annahm. Die Forderung unbedingter Unterwer-fung schreckte die Mailänder, die sich schon zu großen Opfern und zueinem Huldigungscide erboten hatten, aus der Betäubung auf, und ihrMuth stieg, als der Widerstand Brescia'S den Glauben an die Unüber-windlichkeit der deutschen Ritterschaft und der apnlischen Saracenenzerstörte, und die kirchliche Verwicklung in Gregor einen mächtigen Bun-desgenossen zeigte. Die Gewaltthätigkcit Friedrichs, von welcher dieKirche im st'cilischen Reiche betroffen wurde, und der Eingriff, den erdurch die Ernennung seines unehelichen Sohnes Heinrich, Heinz oder Enziusgenannt, zum Könige von Sardinien in des Papstes Rechte that, in Ver-bindung mit seinem ganzen ärgernißvollen Leben, veranlaßtcn Gregor, aber-mals den Bann über ihn auszusprcchcu, und der Kaiser eröfsnete auf dieKirche einen ärgern Sturm, als seine Ahnen Friedrich I. und Hein-rich IV. In diesem dritten Sturme richtete sich die zerstörende Gewaltgegen daS weltliche Gebiet der Kirche und gegen alle dem Geheiß desobersten Hirten treuen Diener derselben. Reichlich wurden dabei auchdie Geschosse versendet, welche eine von der Unwürdigkeit kirchlicherPersonen veranlaßt und durch die Zeitverhältnisse gesteigerte Unzu-friedenheit darreichte. Konnte man in persönlichen Fehlern des KlerusVorwände finden, der Kirche eine von dem Deckmantel der Religionverhüllte Verfolgung weltlicher Zwecke aufzubürden, so befand sie sichauch durch die Verwicklung der ihr damals vorliegenden Aufgaben, eineVerwicklung, die im Verlaufe dieses Kampfes noch zunahm, in derNotwendigkeit, wirklich weltliche Geschäfte zu betreiben und dem Vor-wurfe, daß sie nach Bereicherung strebe, durch Erhebung großer Geld-mittel Nahrung zu geben. Die Vielfältigkeit der Fragen, deren Lösungin Nom gesucht wurde, umgab den päpstlichen Stuhl mit einer Mengevon Personen, deren Auswahl eben wegen ihrer Menge und wegen derBeschaffenheit ihrer Aufgaben nicht durch geistliche Eigenschaften ent-schieden wurde, und die oft den Versuchungen der Selbstsucht erlagen. Auchhatte die Kirche so viele Kräfte in Bewegung zu setzen, so vielen Be-dürfnissen Abhülfe zu schaffen, daß sie die dazu erforderlichen Mittel vonden Gläubigen einfordern mußte. Die neueste Verfolgung der Kirche.vermehrte diese Ausgaben durch das Bedürfnis) gewaffneter Verteidi-gung und durch die Notwendigkeit, die von ihren Stellen vertriebenenGeistlichen zu unterhalten. So konnte der Vorwurf, daß die Kirche dieLänder aussauge, immer auf Anklang rechnen, und die Personen, derenHände für diesen weltlichen Theil kirchlicher Geschäfte gebraucht wurden,mögen vielfach durch die Art ihrer Vertretung dem, was sie vertraten,geschadet haben. Nicht minder schmälerte das Ansehen der Kirche in